Wissen der Region: Kulturförderverein arbeitet ab Herbst am Osterburg-Band

Wenn Heimatmaler Lüder von den Müllern schreibt

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Der fünfte Band soll einen ähnlichen Umfang wie der vierte haben. Dr. Wolfgang Haacker lebt in Walsleben und dürfte dem Osterburg-Projekt allein schon deshalb besonders nahestehen.

Walsleben. Osterburg bekommt seine eigenen Buchdeckel, und jede Menge Wissen dazwischen. „Wir suchen im Idealfall Menschen, deren Geschichte noch nicht aufgeschrieben ist. Und wir suchen das Besondere im alltäglichen Leben“, umschreibt Dr.

Wolfgang Haacker den Anspruch der Buchreihe „Das Wissen der Region“. Im Herbst sollen die Arbeiten an Band  5 so richtig beginnen. Geschichte und Geschichten aus der Einheitsgemeinde werden für die Nachwelt aufgeschrieben. Möglichst alle Orte der Gegend sollen sich in dem Werk wiederfinden. „Eine Aufgabe, die ungemein reizvoll ist“, sagt der Walslebener im AZ-Gespräch.

Dr. Haacker hat bereits etliche Autoren im Blick. Günter Lüder aus Meseberg ist ein bekannter Heimatmaler. Dass es in seiner Familie über die Jahrhunderte einige Müller gab, dürften hingegen nicht viele Menschen wissen. Meseberg, die historische Bockwindmühle im Ort und Lüders Überlieferungen aus der Familie könnten der Stoff für einen der Buchbeiträge sein. „Auch Königsmark ist reich an Geschichten, Osterburg selbst ebenfalls und die anderen Ortschaften natürlich auch.“ Viel mehr will und kann Dr. Haacker momentan aber noch nicht verraten.

Seit 2005 sind vier Bände in der Reihe erschienen. Das Wissen aus den Gemeinden Arneburg-Goldbeck, Bismark, Seehausen und Elbe-Havel-Land sei sozusagen in Schlaglichtern aufbereitet und konserviert worden. Dr. Haacker: „Und nun machen wir mit Osterburg weiter.“ Die Mitglieder des Kulturfördervereins folgen bei ihrer Arbeit dem Credo von Hartmann Schedel: „Sammelt das Verstreute, damit es nicht verloren geht.“ Schedel lebte von 1440 bis 1514, er war Arzt, Humanist und dazu Historiker. Als sein wichtigstes Werk gilt die sogenannte Nürnberger Chronik, auch bekannt als Schedel’sche Weltchronik.

Band 4 befasst sich mit der Verbandsgemeinde Elbe-Havel-Land, ist Mitte April anlässlich der Bundesgartenschau erschienen und in Klietz vorgestellt worden. 55 Autoren aus der Region und Autoren aus anderen Gebieten Deutschlands, die in irgendeiner Weise eine Beziehung zu der Gegend haben, wirkten daran mit. Das Werk ist Dr. Haacker zufolge in einer Auflage von 1000 Exemplaren erschienen, es umfasst 400 Seiten, 70 Beiträge und gut 100 Abbildungen. Das Buch kostet 22 Euro und kann im Buchhandel gekauft werden.

Von Marco Hertzfeld

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