Bauernverband wirbt bei Autofahrern um Verständnis / Ramminger: Hoher logistischer Aufwand in kurzer Zeit

Wenn Erntemaschinen auf Straßen Frust säen

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Es geht Schlag auf Schlag. Auf Straßen sind Erntemaschinen hingegen oft Tempokiller.

Osterburg. Sie rollen gefühlt schon eine halbe Ewigkeit, die Erntemaschinen.

Der Kreisbauernverband (KBV) Stendal wirbt um Verständnis und will nicht zuletzt genervte Autofahrer im Sinne aller Beteiligten daran erinnern, dass sich das Regal im Einkaufsmarkt nicht von allein fülle, und schon gar nicht ein Magen. Geschäftsführerin Kerstin Ramminger hat für all jene, die seit Wochen immer wieder einmal hinter einem Traktor oder einem Mähdrescher im Schneckentempo festhängen, einen gut gemeinten Tipp: „Denken Sie doch einfach daran, dass gerade die Zutaten für leckere warme Sonntagsbrötchen, das Brot für die Abendmahlzeit oder den Kuchen für zwischendurch vor Ihnen herfahren. “ Das beruhige vielleicht die Nerven, und die Bilder im Kopf seien durchaus angenehm.

Die Zahl der landwirtschaftlichen Gefährte auf den Straßen der östlichen Altmark und des Elbe-Havel-Winkels steigt zur Erntezeit naturgemäß an. Auf insgesamt 146 900 Hektar Fläche wurde und wird geerntet und direkt für die Folgekulturen der Boden vorbereitet. 12 000 Hektar Gerste, 17 000 Hektar Raps, 700 Hektar Dinkel, 26 500 Hektar Weizen, 12 600 Hektar Roggen, 2900 Hektar Triticale, eine Kreuzung aus Weizen und Roggen, sind bereits abgeerntet oder müssen in den nächsten Tagen vom Halm in die Lagerhallen transportiert werden. Ramminger gegenüber der AZ: „Ein hoher logistischer Aufwand in einem kleinen Zeitfenster.“

Die Getreideernte neigt sich allmählich dem Ende zu, einige Menschen denken bereits an die Erntedankfeste. Ramminger rät deshalb noch einmal: „Bleiben Sie entspannt, wenn Ihnen ein Traktor die eigentliche Geschwindigkeit drosselt, und wünschen Sie dem Bauern alles Gute für eine erfolgreiche Ernte und ein gesundes Preisleistungsverhältnis.“

Von Marco Hertzfeld

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