Kränzel verweist lieber auf Fuchsbau-Anlage

Wohnmobile am Biesebad? Vision eines Caravanplatzes bekommt kalte Dusche

Auf dem Gelände der Landessportschule Osterburg können Touristen ihr mobiles Zuhause mit frischem Trinkwasser versorgen. Und in einem Schacht vor dieser Säule kann das Abwasser eingelassen werden. Allzu oft war die Anlage bislang nicht in Gebrauch, heißt es.

Osterburg. „Ehrlich gesagt sehe ich am Biesebad noch keine Wohnmobile stehen“, sagt Detlef Kränzel. In dieser Woche sollen nach einigem Hin und Her die Umkleidekabinen im Funktionalgebäude eingerichtet werden.

Damit fallen allerdings die Duschen weg, der Platz ist nun einmal begrenzt. Die Nasszellen sind perspektivisch nicht zuletzt für Reisende gedacht gewesen, die in Osterburg einen Zwischenstopp einlegen und vielleicht sogar zwei, drei Tage bleiben wollen. Ob damit die Vision eines Caravanplatzes in der direkten Nachbarschaft der neu gestalteten Freizeitstätte gestorben ist, vermag der Vize-Bürgermeister und Bauamtsleiter momentan nicht zu sagen. Die Chancen seien jedenfalls nicht sonderlich gestiegen.

Zumal es auch schon Stellplätze für Wohnwagen und Wohnmobile gebe. Kränzel verweist im Gespräch mit der AZ auf die verkehrsgünstig gelegene Landessportschule am „Fuchsbau“, wo die Stadt vor einigen Jahren eine Versorgungsstation für Durchreisende und ihre Fahrzeuge geschaffen habe. Auf dem Platz nahe der Schwimmhalle lässt sich frisches Trinkwasser aufnehmen. Schmutzwasser und Fäkalien können abgelassen werden, die nötigen Anschlüsse sind vorhanden. Und wenige Meter weiter in Höhe des Areals der Osterburger Schützengilde sei ausreichend Platz für allerhand touristische Gefährte vorhanden. „Die Station ist damals auch bewusst in diesem Komplex gebaut worden, dort haben die Besucher weitere Infrastruktur: Sanitär, Gaststätte, Sport und so weiter.“

Sollte doch ein Caravanparkplatz am Biesebad eingerichtet werden, müsste die Stadt vermutlich einiges an Geld in die Hand nehmen. Die Nordpromenade scheint für derartigen Verkehr nicht sonderlich geeignet. Überhaupt sei der Untergrund im Umfeld des Flussbades bewusst naturbelassen und an vielen Stellen alles andere als fest. Kränzel: „Heute und morgen passiert dort nichts, wenn überhaupt.“ Nico Schulz, der Bürgermeister der Einheitsgemeinde, hatte einen möglichen Caravanparkplatz spätestens im Herbst 2013 bei der Übergabe des Förderbescheides für den Biesebadumbau ins Gespräch gebracht.

Dass die Versorgungsstation für Wohnmobile an der Landessportschule vielen ziemlich unbekannt scheint, stört Stefanie Lück nicht großartig. „Wir haben gerade in diesen Monaten ein volles Haus. Auch noch Camper auf dem Gelände zu haben, wäre sicherlich zu viel des Guten“, macht die Verwaltungsleiterin aus ihrem Herzen keine Mördergrube. Bislang hätten nur einige wenige Touristen die Station angefahren. Die Angebote an ganz anderer Stelle zu machen, wäre vielleicht gar nicht so verkehrt, meint zumindest Lück.

Von Marco Hertzfeld

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