Friedburg Ungers und Werner Jankowskis Miteinander erinnert an die Glanzzeit im 19. Jahrhundert

Vierhändiges Orgelspiel blüht reizvoll

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Grenzgänger in Erxleben: Kirchenmusiker Friedburg Unger und Werner Jankowski kennen sich seit 30 Jahren.

Erxleben. Kraftvoll mit Händels Präludium und Fuge C-Dur startet ein besonderes Konzert in der Erxlebener Kirche.

„Doppelt klingt besser“, sind Friedburg Unger und Werner Jankowski überzeugt und spielen, so richtig seit drei Jahren, unter eben diesem Namen mit vier Händen und vier Füßen eine Orgel. Keineswegs immer dieselbe, an diesem Abend ist es die Voigt-Orgel, von der die Künstler schon zu Beginn schwärmen. Das musikalische Stelldichein findet innerhalb des 20. Kleinkunstfestivals „Grenzgänger“ statt. Kirchenälteste Marlies Ahrend begrüßt die Gäste. Es brennen Kerzen, spätsommerliche Blumen bringen zusätzliche Farbe ins Haus.

Unger aus der Gemeinde Sülzetal bei Magdeburg und Jankowski, Kantor in Oschersleben (Börde), schlagen einen Bogen von Händel über die Romantik bis zu zeitgenössischen Werken. Die Stimmung wechselt, mal ist sie voller Tempo, mal besonders tiefgründig, besinnlich. Die eine Stunde vergeht wie im Fluge. Georg Friedrich Händels „Krönungshymne“ steht genauso auf dem Programm wie Wolfgang Amadeus Mozarts „Glockenspiel“ aus der Zauberflöte und Joseph Haydns „Ochsenmenuett“. Die beiden Musiker interpretieren zudem Werke von Samuel Wesley, Lothar Graap und Johann Pachelbel sowie Traditionals wie „Amazing Grace“.

Das vierhändige Orgelspiel habe seine Blütezeit im 19. Jahrhundert gehabt, erläutert Unger im Gespräch mit der AZ. „Doch auch heute hat es seinen Reiz.“ Die Besucher des Konzertes in Erxleben dürften dem nicht widersprechen.

Von Marco Hertzfeld

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