Zahl der angemeldeten Hunde seit fünf Jahren fast unverändert / Steuereinnahmen bei 30 000 Euro

Vierbeiniger Freund bleibt in Osterburg beliebt

Osterburg. Der Stadtrat der Hansestadt Osterburg hat in seiner vergangenen Sitzung beschlossen, dass die Stadt den Altmärkischen Tierschutzverein Kreis Stendal beim Neubau eines Hundehauses finanziell unterstützen wird.

Dafür will sie in den kommenden drei Jahren jeweils 6250 Euro zur Verfügung stellen. Hintergrund ist, dass die Hansestadt für die Unterbringung von herrenlosen Tieren selbst keine Einrichtung vorhält. Ratsmitglied Mathias Fritze hatte damals angefragt, ob diese Kosten denn theoretisch durch die Einnahmen der Hundesteuer gedeckt seien. Die Frage konnte zu diesem Zeitpunkt niemand beantworten. Jetzt liegen Zahlen vor.

Zum 1. Januar 2016 waren demnach 1087 Hunde angemeldet. 404 Tiere kommen aus dem Ortsteil Osterburg und 683 aus den Ortschaften im Landbereich. Durch die Hundesteuer werden in diesem Jahr voraussichtlich 31 287 Euro eingenommen.

Im Vergleich dazu gab es 2011 im Gebiet der Einheitsgemeinde 1128 angemeldete Hunde. Damals kamen 386 aus dem Ortsteil Osterburg und 742 aus den Ortschaften im Landbereich. Die Einnahmen aus der Hundesteuer betrugen 29 667,09 Euro.

Die Hundesteuersatzung der Stadt Osterburg ist seit dem 1. Januar 2011 unverändert in Kraft. Diese kann auf der Internetseite www.osterburg.de unter dem Reiter ‘Verwaltung + Politik’ unter der Rubrik Satzungen der Einheitsgemeinde nachgelesen werden. Unter § 3 sind die Steuersätze für den ersten, zweiten und jeden weiteren sowie gefährlichen Hund, getrennt für den Ortsteil Osterburg und die anderen Ortschaften geregelt.

In Sachsen-Anhalt wird die Hundehaltung im „Gesetz zur Vorsorge gegen die von Hunden ausgehenden Gefahren“ geregelt. Demnach sind alle Hundehalter dazu verpflichtet, ab dem dritten Lebensmonat des Hundes eine Haftpflichtversicherung über die Deckungssumme von einer Million Euro für Personenschäden und 500 000 Euro für sonstige Schäden abzuschließen.

Ab dem sechsten Lebensmonat muss zudem jeder Hund mit einem Transponder gekennzeichnet werden. Der Vierbeiner wird mitsamt Halter im zentralen Register eingetragen und der Hund ist so zu führen, dass von ihm keine Gefahren für „die öffentliche Sicherheit ausgehen“.

Sollte der Hund sich jedoch als bissig erweisen, eine gesteigerte Angriffslust zeigen, Menschen wiederholt in gefahrdrohender Weise anspringen oder unkontrolliert andere Tiere hetzen oder reißen, kann er gemäß der Verordnung schnell zu einem „gefährlichen Hund“ werden. Wird ein solcher Fall gemeldet, kann die Ordnungsbehörde entscheiden, dass es sich um einen gefährlichen Hund handelt und einen Wesenstest zur Überprüfung der Sozialverträglichkeit anordnen. Bis zum Bestehen des Wesenstests gilt der Vierbeiner dann als gefährlicher Hund im Sinne des Gesetzes und muss gemäß der Auflagen (Erlaubnis für die Haltung, Maulkorb- und Leinenpflicht) gehalten und geführt werden.

Bei vier Hunderassen und ihren Kreuzungen wird die Gefährlichkeit hingegen stets vermutet – Hunde dieser Abstammung, die auf der Rasseliste in Sachsen-Anhalt stehen, müssen innerhalb von sechs Monaten nach Beginn der Haltung einen Wesenstest absolvieren. Dabei handelt es sich um die Rassen American Staffordshire Terrier, Bullterrier, Pitbull-Terrier und Staffordshire-Bullterrier.

Von Niels Troelenberg

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare