Projekt-Premiere am Gymnasium Osterburg: Lehramtsstudent zeigt, wie Longboard-Fahren geht

Auf vier Rollen nach Seehausen

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Elke Hein, Schulleiterin, und Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose (r.) machen bei einer Ballanceprobe eine gute Figur auf den langen Brettern.

Osterburg. Ungefährlich ist Longboard-Fahren nicht. Das musste bei der Projektpremiere am Osterburger Markgraf-Albrecht-Gymnasium eine Lehrerin vergangene Woche am eigenen Leib erfahren.

Longboards sind ursprünglich Vorgänger des Skateboards. Es ist länger als dieses. In der Regel sind sie etwa einen Meter lang und aus Holz. Der größere Achsabstand und die größeren Rollen aus weicherem Material sorgen für mehr Absorbation von Unebenheiten, was aber auch der Stabilität und Geschwindigkeit während des Fahrens zu gute kommt. Surfer stellten sich zuerst auf die langen Bretter. Mitte der 1970er Jahre schraubten sie Rollen unter ihre Bretter und stürzten sich Straßen mit enormem Gefälle hinab.

So waaghalsig ging es beim Schulprojekt nicht zu. Aber ausgerechnet am letzten Tag verletzte sie sich. Die Pädagogin absolvierte auf der Skateranlage an der Heinrich-Eckholt-Allee den von den Leitern des Projektes abgesteckten Übungsparcours, als sie trotz sehr langsamen Anfängertempos mit einem Schüler zusammenprallte und hinfiel. „Bremsen konnte sie noch nicht“, sagte der Projektbetreuer Peter van Megen. Für sie gingen die Ferien mit verbundenem Arm, einer Bänderdehnung und einer Krankschreibung los.

Ohne Blessuren ist die Lehrerin Heide Lokau davongekommen. Sie begleitete des neue Projekt von dem ehemaligen Schüler des Gymnasiums, der jetzt in Halle auf Lehramt studiert.

Er hat vor einigen Jahren das Longboard-Fahren für sich entdeckt, als er Ersatz für sein Fahrrad suchte. „Allerdings sollte es etwas sein, was ich mit in die Wohnung nehmen konnte“, sagt van Megen. Der Student absolvierte gerade ein Praktikum am Gymnasium. In seinem Team unterstüzten ihn viele Schüler. Darunter auch der Sechstklässler Duncan Holländer.

15 Schüler und eine Lehrerin nahmen dauerhaft am Kurs teil. Einige übten nur auf dem Parcours. Überrascht war van Megen vom Können der meisten. Spontan wurden auch längere Strecken ins Programm aufgenommen. „Zuerst wollten wir testen, wie gut die Teilnehmer sind. Erstaunlicherweise hatten sie alle ein hohes Niveau“, so van Megen. So ging es die 16 Kilometer lange Strecke nach Ziegenhagen und zurück. Toll sei auch der Radweg nach Seehausen. „13 Kilometer ist da die Entfernung“, erklärt der Student. Da müsse man jedoch auf die Tannzapfen aufpassen.

Während der Vorstellung des Projektes zum Hoffest schaffte es die Schulleiterin, Elke Hein, trotz High Heels, standfest zu bleiben. Auch Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose stieg mithilfe der Schüler wieder unversehrt vom langen Brett.

Von Ronny Kauerhof

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