Bürgermeister sieht blau-weiße Euphorie und freut sich aufs Spiel in Krevese

Trotz Graffiti und „Block  U“: Polit-Kapitän lobt den FCM

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„Block U“ steht für die Ultras, Hardcore-Fans, die sich dem Club besonders verbunden fühlen. Die Zahl 1965 dürfte auf das Gründungsjahr des 1. FCM hindeuten. Diese und weitere Schmierereien sind unter anderem an der Naumannstraße in Osterburg zu finden. Schriftzüge anderer Art kann der Kreveser FC vorweisen. Nach dem Spiel 2014 gab es ein Trikot mit Unterschriften der FCM-Kicker.

Osterburg / Krevese. König Fußball lässt Osterburgs Bürgermeister nicht unberührt. „Ich freue mich über den Aufstieg der Magdeburger in die 3. Liga. Das kann dem Sport in ganz Sachsen-Anhalt nur nutzen“, ist Nico Schulz überzeugt.

Dass der Kreveser SV, ein Verein aus der Einheitsgemeinde, zum zweiten Mal das Traumlos bekommen hat und am 9. August im Landespokal ausgerechnet gegen den 1.  FCM spielt, sei schon toll. „Ich habe bald Urlaub. Wenn ich Anfang August dennoch da sein sollte, schaue ich mir das Spiel natürlich an, keine Frage. “ Die Elbestädter hätten in der Altmark viele Fans, sei zumindest immer wieder zu hören. Anpfiff ist um 14 Uhr im Ludwig-Jahn-Stadion der Landessportschule in Osterburg.

„Ich bin ein Fan des deutschen Fußballs.“ Ein riesengroßer Anhänger irgendeines Bundesligaklubs sei er hingegen nicht. „Ich freue mich für Wolfsburg, wenn es gewinnt. Bei der Burg von Wolfsburg spielte die Familie von Schulenburg, eines der bedeutendsten Adelsgeschlechter der Altmark, eine nicht ganz unwichtige Rolle. Für einen Geschichtsinteressierten wie mich ist so etwas eben interessant.“ Ob es ein sachsen-anhaltinischer Klub jemals ins Oberhaus schaffen wird, daran will der CDU-Mann gern glauben. „Doch Wirtschaft und Geld haben nun einmal großes Gewicht im Sport.“

Umso mehr erkennt Schulz den Erfolg des FCM an. Das nötige Budget für die 3. Liga zu schnüren, sei für einen ostdeutschen Verein sicherlich schon eine Herausforderung. Am Freitagabend wird die Saison mit dem Spiel FCM gegen Rot-Weiß Erfurt eröffnet. Kleinere Klubs müssten naturgemäß noch mit viel weniger finanziellen Mitteln auskommen. „Dass die Kreveser mit Kampf und Leidenschaft die Landesliga gehalten haben, ist gut und wichtig. Schließlich ist dieser Verein unsere bestplatzierte Mannschaft“, sagt Polit-Kapitän Schulz mit Blick auf die Einheitsgemeinde. Dass der Osterburger FC 2014 den Durchmarsch in die Landesklasse geschafft hat, freue ihn noch immer. „Das kann sich doch alles sehen lassen.“

Für ausgesprochen unangebracht hält der Einheitsgemeindebürgermeister Schriftzüge, die mutmaßliche Anhänger des FCM auch in seiner Kommune hinterlassen haben. „Es sind nicht so viele wie in anderen Orten, sicherlich. Doch Hauswände zu beschmieren, gehört sich einfach nicht, egal, wie oft und in welchem Maße es passiert. Es ist immer unansehnlich und hässlich.“ Die Hauseigentümer hätten den Ärger und die Kosten für die Reinigung, wenn sich die Farbe denn überhaupt so einfach wieder entfernen lasse. „Solche Schmierereien haben nichts mit einer Fankultur zu tun“, glaubt der CDU-Mann. Schriftzüge mit Bezug zum 1. FCM lassen sich in der Kernstadt zum Beispiel an der Naumannstraße und der nördlichen Breiten Straße finden.

Schulz selbst tritt eher selten gegen das runde Leder. Er hält sich lieber mit Laufen und Fahrrad fahren fit. Eine besondere Verbindung zum Fußball und gerade zum Fußball in Krevese gibt es dennoch. Sein Vater Lothar, wie er ein Krumker, gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Betriebs-Sport-Gemeinschaft (BSG) Traktor Krevese, aus der später der Kreveser SV wurde.

Von Marco Hertzfeld

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