Startschuss der Kletterplatz-Offensive für fast 150 000 Euro / Flessau glücklich

Tobezonen kein Kinderspiel: „Hört die Leute meckern“

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Alina hat ihr Lieblingsgerät gefunden. Die Achtjährige und andere Kinder turnen bereits, als die Bänder noch dran sind.

Flessau. Wenn du glücklich bist, dann klatsche in die Hand . . . “ Kinder der Lebenshilfe-Tagesstätte singen, was sie tagelang einstudiert haben, einige Grundschüler stimmen spontan mit ein. Der neue Spielplatz neben dem Dorfgemeinschaftshaus in Flessau ist freigegeben.

Mädchen und Jungen dürfen kräftig in die Hand klatschen und glücklich sein. Die vierjährige Pia schneidet das symbolische Band durch. Die Jugend erobert die fünf Spielgeräte und vier Bänke. Zugleich ist es der Startschuss für eine Offensive der Einheitsgemeinde, für insgesamt 145 200 Euro sollen Tobezonen in Osterburger Ortschaften bis 2019 aufgehübscht oder gänzlich neu angelegt werden.

„Ab und zu hört man die Leute meckern, wir würden zu wenig für Kinder machen. Doch wir haben weit und breit die günstigsten Kitagebühren. Und nun diese Spielplatzoffensive. Wir legen uns für die Kinder ins Zeug“, beteuert Nico Schulz, Bürgermeister der Einheitsgemeinde. Ortsbürgermeisterin Silvia Böker kann dies nur unterschreiben, Flessau hat hartnäckig um die Tobezone gerungen. Die Anlage hat insgesamt 7500 Euro gekostet, davon allein Wippe, Rutsche, Doppelschaukel, Klettergerüst und Drehkarussell 5900 Euro. Letztgenanntes Spielgerät hat der Ortschaftsrat mit circa 1000 Euro bezahlt. Der Spielplatz ist öffentlich und kann von allen Kindern genutzt werden.

Freuen können sich auch die Mädchen und Jungen in Erxleben. Noch dieses Jahr soll dort eine Tobezone entstehen, mit maßgeblicher finanzieller Unterstützung einer Windkraftfirma. Die Kommune setzt bei anderen Ortschaften auf das Förderprogramm „Leader“. In der Freizeitanlage „Bieseblick“ in Rossau und im Osterburger Biesebad sollen die Anlagen erneuert beziehungsweise erweitert werden. Für Königsmark ist ein integrativer Spielplatz geplant. 2017 steht Meseberg im Fokus und auch Düsedau, wo vielleicht sogar ein Aktivplatz für Senioren entsteht. Im Jahr darauf rücken Arbeiter in Dobbrun und auf dem Hain-Areal in Osterburg an. Und 2019 richtet sich der Blick in den Krumker Park. Für einige letztgenannte Vorhaben sind noch nicht alle Fragen geklärt, Veränderungen sind möglich.

Die Investitionen lohnten sich, ist Bürgermeister Schulz überzeugt. In der Einheitsgemeinde leben aktuell 1073 Kinder unter 14 Jahren. Tendenz: steigend: „Die Prognosen sehen längst nicht mehr so düster aus, wie anfangs gedacht.“

Von Marco Hertzfeld

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