Aufbau stationärer Blitzeranlage in Erxleben verzögert sich weiter / Landkreis: Preise überholt

Tempofalle gleicht einer Schnecke

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Momentan arbeiten zwei Messstellen in Erxleben, die für Raser keine Folgen haben. Angezeigt werden die Geschwindigkeit und ein lachendes oder trauriges Gesicht, je nach Tempo.

Erxleben. Wer auf eine stationäre Tempofalle in Erxleben noch in diesem Jahr gehofft hat, der wird enttäuscht. Der Aufbau der Säulen verzögert sich weiterhin. Erst Anfang nächsten Jahres können sich die Gremien des Kreistages mit dem Thema befassen.

Grund dafür sind veränderte Preise für die Anlagen. Seit einigen Jahren ist immer wieder von Lärm, Dreck und gefährlichen Rasern in der Osterburger Ortschaft die Rede. Ortschaftsrat und Stadtrat drängen auf eine Veränderung. Im Durchschnitt passieren binnen 24 Stunden 8500 Fahrzeuge auf der Bundesstraße 189 den Ort.

Die Vorbereitungen des Projektes haben länger gedauert als geplant. „Das führte dazu, dass das Angebot des Lieferanten, welches aus dem Spätsommer 2014 stammte, Ende 2015 nicht mehr gültig war. Wir konnten also mit diesen Zahlen nicht in die Ausschüsse gehen“, erklärt Edgar Kraul gegenüber der AZ. Ob die Kosten für das Vorhaben nun höher ausfallen könnten als gedacht, dazu äußert sich der Sprecher des Landratsamtes auch auf Nachfrage nicht. Das neue Angebot sei noch nicht im Detail geprüft. Im Haushalt dieses Jahres waren 10 000 Euro für das Projekt vorgesehen.

Wenn der Kreistag grünes Licht gibt, beginnt die weitere Planung. Grundsätzlich sollen die Säulen in Aussehen und Wirkungsweise denen in der Stendaler Ortschaft Buchholz ähneln und in der Nähe der Ortseingänge stehen. Der Landkreis Stendal hat noch keinerlei Erfahrung mit stationären Blitzern, die Stadt Stendal hingegen schon. Kommunen mit mehr als 20 000 Einwohnern können eigene Wege gehen und müssen nicht auf den Landkreis warten. Erxleben und Buchholz sind ungefähr 30 Kilometer voneinander entfernt, durch beide Orte führt die viel befahrene B 189.

Die Erxlebener haben ihre Hausaufgaben längst gemacht. Der Ortschaftsrat befasst sich seit etlichen Jahren mit dem Thema. Der aktuelle Antrag ist deutlich mehr als ein Jahr alt. Der Osterburger Stadtrat unterstützt das Anliegen. Eine Verkehrszählung der Polizei liegt dem Papier bei. Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Ahrend und Mitstreiter halten weiter an dem Projekt fest – auch wenn die Umsetzung weitere Monate auf sich warten lässt. Dass das Vorhaben aus irgendwelchen Gründen gänzlich unter den Tisch fällt, davon scheint zumindest momentan niemand auszugehen.

Die Tempofalle in Buchholz ist seit April 2014 in Betrieb. Allein in den ersten sieben Monaten wurden 9400 Verfahren gegen Verkehrssünder eingeleitet. Das können sowohl Verwarnungen für geringfügige Verstöße als auch Bußgeldverfahren sein. Circa 147 000 Euro wurden bis zu diesem Zeitpunkt eingenommen. Die Zahl der Schnellfahrer nehme erfreulicherweise ab. Deshalb rechnet die Rolandstadt seitdem mit monatlich etwa 20 000 Euro an Einnahmen.

Von Marco Hertzfeld

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