Unternehmer Torsten Henschel erzählt über den Wandel in seiner Branche

„Taxen stehen nicht mehr rund um die Uhr zur Verfügung“

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Wer kein eigenes Auto hat oder dieses aus welchen Gründen nicht fahren kann, greift gerne auf ein Taxi zurück. Anders als früher stehen diese aber geraden in ländlichen Regionen nicht mehr rund um die Uhr zur Verfügung.

Osterburg. Vor allem in ländlichen Regionen haben es Taxiunternehmer seit der Einführung des Mindestlohns immer schwerer.

Unternehmer Torsten Henschel sieht die Taxi-Branche im Wandel und muss sich damit arrangieren.

Der Osterburger Taxi- und Busunternehmer Torsten Henschel erzählt, mit welchen Schwierigkeiten er zu kämpfen hatte und worauf sich Kunden zukünftig einstellen müssen.

Die Erhöhung der Taxitarife habe eindeutig weniger Taxifahrten zur Folge, sagt Henschel. Sogenannte Barfahrten – spontane Fahrten, die bar bezahlt werden – seien auf ein Minimum reduziert worden. Problematisch sei das für ihn allerdings nicht, weil der Anteil am Umsatz immer schon gering gewesen sei.

Viel wichtiger seien für ihn die Vertragsfahrten, die er beispielsweise seit mehr als 20 Jahren für die Lebenshilfe in Osterburg erledige. Durch das regelmäßige Einkommen könne er auch die Arbeitsplätze seiner sechs Angestellten sichern.

Eine nochmal andere Kategorie sind Krankenfahrten, also Fahrten zum Arzt oder in Krankenhäuser und Kliniken. Sie seien zwar mit Abstand am häufigsten, allerdings könne er nicht mit dem Umsatz planen, weil er nie wisse, zu wie vielen Fahrten er im Monat gerufen werde.

Feste Standpunkte würden übrigens mit dem Siegeszug des Handys überhaupt keine Rolle mehr für sein Unternehmen spielen. Wer kein Handy habe, würde sich von hilfsbereiten Osterburger Geschäften einfach ein Taxi rufen lassen.

Deutlich bemerkbar habe sich für die gesamte Branche die Einführung des Mindestlohns gemacht. Nicht zuletzt, weil auch Bereitschaftsszeiten seitdem voll bezahlt werden müssten. Henschel erklärt, dass er einem Mitarbeiter sämtliche Bereitschaftsstunden bezahlen müsste, selbst wenn dieser zu Hause schlafe und nicht eine einzige Fahrt erledigen würde.

Des Weiteren müsse er dafür Sorge tragen, dass seine Angestellten zwischen zwei Schichten eine Ruhephase von mindestens elf Stunden einhalten. Weil er trotz dieser gesetzlichen Rahmenbedingungen seine Kunden bestmöglich versorgen möchte, würden sich für ihn als Unternehmer gewisse Schwierigekeiten ergeben.

In Anbetracht dieser Umstände möchte er die Bevölkerung darauf hinweisen, dass „Taxen nicht mehr rund um die Uhr zur Verfügung stehen“. Wer bei ihm von montags bis freitags eine Fahrt in den Nachtstunden anfordern möchte, wird gebeten, das gewünschte Taxi rechtzeitig vorzubestellen.

Von Niels Troelenberg

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