Gedenkstelle vor ehemaligem Wohn- und Geschäftshaus an der Breiten Straße eingerichtet

Stolpersteine für jüdische Familie Less

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Künstler Gunter Demnig verlegte die fünf Stolpersteine vor dem ehemaligen Wohnhaus an der Breiten Straße.

nt Osterburg. 2015 hatten einige Schüler des Markgraf-Albrecht-Gymnasiums während des Projektes „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ eine ganz besondere Idee.

Sie wollten mit einem sogenannten Stolperstein an das Schicksal der jüdischen Osterburger Familie Less erinnern, die im Nationalsozialismus aus Osterburg vertrieben wurde. Gestern – knapp eineinhalb Jahre und viele Anstrengungen später – war es endlich soweit. Der Berliner Künstler Gunter Demnig war extra nach Osterburg gekommen, um nicht nur einen, sondern gleich fünf Stolpersteine vor dem ehemaligen Wohn- und Geschäftshaus der Familie an der Breiten Straße zu verlegen.

Während sich der Künstler mit Kreissäge und Bohrer daran machte, Platz für die zehn mal zehn mal zehn Zentimeter großen Steine zu schaffen, erzählte Schulleiterin Elke Hein den zahlreichen Zuschauern von der Vertreibung der Familie, die einen Schuhladen an besagter Stelle führte. Hein zufolge sei damals kein Osterburger bereit gewesen, bei der Vertreibung zu helfen, weshalb SA-Männer aus Stendal in die Hansestadt kommen mussten.

Die Familie verließ damals noch rechtzeitig Osterburg mit verschiedenen Zielen und traf sich nach Ende des Krieges in den USA wieder.

Die Schulleiterin bedankte sich anschließend bei den Schülern, dem Künstler und allen Beteiligten für Ihr Engagement und übergab das Wort an Bürgermeister Nico Schulz.

Er sagte, dass er das Schicksal der Familie bis zum vergangenen Jahr nicht kannte und dass es gut sei, dass dieses nun mit Hilfe der Stolpersteine jedem Besucher vor Augen geführt werden könne.

Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose berichtete, dass seine Schwiegermutter und eine anwesende, ehemalige Klassenkameradin einer der Less-Töchter die Familie als „sehr liebevoll“ bezeichnet haben.

Im Anschluss an diese Worte des Ortsbürgermeisters bedankten sich die Initiatoren bei ihren Unterstützern mit kleinen Geschenken und Blumen. Gunter Demnig war mittlerweile dabei die Steine an die richtige Höhe anzupassen und die Zwischenräume mit Material zu füllen.

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