Ortschef Gose hofft auf Einsicht der Besitzer / 400 Tiere allein in der Kernstadt

Stadt will es ohne Behälter für Hundehaufen schaffen

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In Stendal gibt es spezielle Behälter mit Tüten.

Osterburg. Böse Zungen sollen ja schon behaupten, dass Regen in Osterburg auch etwas Gutes habe. Er spüle den vielen Hundedreck von den Straßen. Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose kann darüber nicht lachen.

„Ich finde es nach wie vor unverständlich, dass Hundebesitzer nicht in der Lage sind, eine kleine Tüte oder einen Plastikhandschuh mitzunehmen und die Hinterlassenschaften ihres Tieres wegzuräumen“, schimpft der Christdemokrat im Gespräch mit der AZ. Wenn sich das Ärgernis tatsächlich weiter verstärken sollte, müsse sich der Ortschaftsrat damit beschäftigen. Spezielle Behälter für die Hundehaufen, wie es sie beispielsweise in Stendal gibt, seien für die Biesestadt aber nicht geplant.

„Grundsätzlich sind wir eine ordentliche Stadt, Osterburg kann sich sehen lassen“, unterstreicht Gose. Allerdings gebe in der Tat einige Schmuddelecken und Wege, die mehr als andere mit Hundekot verschmutzt sind, gerade im Herzen der Stadt. Der Ortschef denkt nicht zuletzt an den Bereich um die Nicolaikirche, aber auch an Teile von Wallpromenade und Breiter Straße. „Wir haben ausreichend Abfallkörbe. Und wenn einer nicht gleich da steht, wo sich der Hund entleert hat, na dann muss man eben ein paar Meter gehen, um das Zeug loszuwerden.“ Der Ortsbürgermeister will in den nächsten Tagen genauer hinschauen. „Es ist unsere Stadt. Wir müssen die Menschen mehr sensibilisieren.“

Die Rechtslage sei eigentlich klar. Wer mit einem Hund unterwegs ist, muss den Kot aufnehmen. Ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes hält die Augen offen, ermahnt, eine Strafe droht nicht. Spezielle Hundewiesen oder sogenannte Hundetoiletten existieren in Osterburg nicht. Vor mehr als zehn Jahren habe es Behälter in der Stadt gegeben, doch die hätten sich nicht bewährt. Gose: „Die Tüten wurden oft von irgendwelchen Leuten herausgerissen und umhergeworfen oder zweckentfremdet. Der Vandalismus hat das Projekt sozusagen damals kaputtgemacht.“

Allein für die Kernstadt der Einheitsgemeinde sind gut 400 Hunde registriert. Die Besitzer zahlen Hundesteuer. Hinzu kommen Tiere, die nicht ordnungsgemäß angemeldet sind.

Von Marco Hertzfeld

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