Politik stellt morgen Weichen / Behinderten-Verein investiert Millionen-Betrag

Stadt lässt für Diakonie-Bau die frühere Schule abreißen

Die frühere Sekundarschule soll weichen, damit das Diakoniewerk Osterburg auf dem Gelände seine neue Heilpädagogische Einrichtung bauen kann. Die Stadt unterstützt die Umzugspläne des Vereins. Die Abrissarbeiten sollen im kommenden Jahr erledigt sein.

Seehausen. Die Tage der früheren Sekundarschule sind gezählt. Die Gebäude nahe der Wischelandhalle sollen abgerissen werden. Der Seehäuser Stadtrat kann morgen den nötigen Beschluss fassen.

Damit wäre aus Sicht der Kommune der Weg frei für den Umzug der Heilpädagogischen Einrichtung aus der Osterburger Ortschaft Königsmark in die Wischestadt. Das Diakoniewerk Osterburg möchte auf dem annähernd 4000 Quadratmeter großen Gelände neu bauen. „Wir wollen als Kommune das Maximale an Vorbereitung leisten und der Diakonie ein Signal senden, dass sie willkommen ist“, sagt Detlef Neumann der AZ. Der Bürgermeister rechnet mit einem klaren Ja der Volksvertreter. Der Abrissbagger rollt vermutlich Anfang nächsten Jahres an. Kosten: 65 300 Euro.

Dr. Ulrike Bergmann, die Vorstandsvorsitzende des Diakoniewerkes Osterburg mit Sitz in Hindenburg, freut sich über die Entwicklung. Der Verein will bereits seit einiger Zeit den Standort seiner Heilpädagogischen Einrichtung für geistig und mehrfach behinderte Menschen verändern. Nicht zuletzt sollen sich die Arbeitsbedingungen verbessern. Momentan feilt die Geschäftsführung noch am Finanzkonzept für das Bauprojekt, hofft auf passende Förderung und grünes Licht vom Land. Die Kosten liegen derzeit irgendwo zwischen zweieinhalb und drei Millionen Euro. Der Neubau soll 33 Plätze umfassen. „Wir planen und bauen in Seehausen für eine modernere Zukunft“, meint Dr. Bergmann im Gespräch mit der AZ. Der Bau könnte 2016 beginnen und Anfang 2017 abgeschlossen sein. Dass damit auch das Aus des Standortes Königsmark verbunden sein wird, sei sicherlich traurig, aber unausweichlich.

„Das Grundstück in Seehausen ist ideal für uns, es liegt sehr zentral“, findet die Diakonie-Chefin. Pluspunkte für die Wischestadt seien auch das Krankenhaus und die Bahnanbindung. Mit der Einrichtung in Seehausen soll Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit geistigen oder mehrfachen Behinderungen ein zukunftstauglicher Ort zum Leben und Wohnen ermöglicht werden. Kommunalpolitiker verbinden mit der Einrichtung durchaus auch positive Effekte für die heimische Wirtschaft. Die Diakonie-Leute würden in der Stadt einkaufen, gastronomische und kulturelle Angebote nutzen.

Von Marco Hertzfeld

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