Bürgermeister sieht Brunnen am richtigen Platz und Schäden noch gelassen

Stadt an der Biese lässt Neptun nicht vom Anker

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Bürgermeister Nico Schulz kann von seinem Büro im Rathaus aus direkt auf den Neptunbrunnen schauen. Für den Christdemokraten steht der Prachtbrunnen genau an der richtigen Stelle. Die wachsenden Schäden am Wasserspiel will der 42-Jährige im Auge behalten.

Osterburg. „Der Neptun bleibt da, wo er ist. “ Nico Schulz erteilt einer Umsetzung des attraktiven Brunnens eine Absage. Das Schmuckstück an der Nordseite der Nicolaikirche gehörte bekanntlich zum Rönnebecker Schloss, das nach Ende des Zweiten Weltkriegs abgetragen wurde.

Der Bürgermeister der Einheitsgemeinde weiß um die zumindest vorsichtigen Versuche mindestens einer Familie, die für die Kernstadt so wichtige Sehenswürdigkeit umziehen zu lassen. „Der Brunnen ist längst Eigentum der Kommune, und daran wird sich auch nichts ändern. Er sollte weder nach Rönnebeck zurückkehren noch innerhalb Osterburgs einen anderen Platz finden“, unterstreicht der Christdemokrat im Gespräch mit der AZ.

Was den Zustand des Wasserspiels angeht, findet das Gemeindeoberhaupt ebenfalls klare Worte: „Die Schalen sind beschädigt, wie jeder sehen kann. Das Ganze sieht auch nicht sonderlich schön aus. Allerdings ist die Funktionstüchtigkeit des Brunnens nicht gestört, weshalb wir auch momentan noch keinen Grund für eine Restaurierung sehen.“ Dementsprechend sei im Haushalt auch noch keinerlei Geld für eine Sanierung eingeplant. Die letzte größere Frischekur für Neptun habe es vor zehn Jahren gegeben. Nicht zuletzt an den Schalen haben sich seither verstärkt Risse und Kerben gebildet (die AZ berichtete). Warum zudem an der Oberfläche immer mehr hässliche braune Flecken entstehen, könne sich in der Stadtverwaltung niemand so richtig erklären. Schulz: „Vielleicht spielt Eisen eine Rolle, vielleicht auch nicht. Wir haben das schon einmal untersuchen lassen, doch die Ursache ist nach wie vor ungeklärt, leider.“

Das bedeute aber nicht, dass Politik und Verwaltung der Zustand des Brunnens egal sei. „Im Gegenteil, wir wissen, was wir an ihm haben. Er ist ein beliebtes Fotomotiv und spielt in unseren touristischen Überlegungen eine wichtige Rolle.“ Der Krieg, die Zeit danach und die gesellschaftlichen Umbrüche hätten nun einmal die Eigentumsverhältnisse durcheinandergebracht. „Manchmal sind einige Dinge auch nicht mehr richtig nachvollziehbar und ungewöhnlich.“ So befinde sich die Kirche in Krumke, ein ordentlich geweihtes Gotteshaus, im Besitz der Stadt.

Bei dem Osterburger Neptunbrunnen handelt es sich um eine italienische Arbeit, die Anfang des 20. Jahrhunderts nach Rönnebeck gebracht wurde. Mehrere Quellen besagen, dass der Brunnen aus feinem italienischen Sandstein bestehen soll. Bürgermeister Schulz geht eher von Marmor oder einem ähnlichen Material aus.

Von Marco Hertzfeld

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