Osterburger Bürgermeister kann sich mit neuem Seehäuser Amtskollegen "sagenhaftes" vorstellen

Gemeinsam: Tourismus an Biese und Aland

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Die Sage des Bären zu Osterburg hat es auch in ein Graffito an der Hauswand des Osterburger Lies-Hauses geschafft.

Osterburg. „Der Bär kann mir den Buckel runterrutschen“, sagt Bürgermeister Nico Schulz und grinst.

Die Sage von den ränkelustigen Seehäusern, die den Osterburgern mit einem Bären, der eigentlich ein Ochse war, einen Heidenschrecken eingejagt haben sollen, kennt fast jedes Kind. Mögen die beiden Städte anno dazumal um die Vormachtstellung in der Gegend gerungen haben, und das mitunter auch auf amüsante Weise, heutzutage gehen sie lieber gemeinsame Wege. Zumal nach dem Weggang des parteilosen Robert Reck nun auf beiden Seiten ein Christdemokrat das Sagen hat. Osterburger Nico Schulz plant dieser Tages seinen Antrittsbesuch bei Rüdiger Kloth, dem neuen Seehäuser Verbandsgemeindebürgermeister. Ein gemeinsames Thema haben sie bereits: Tourismus an Biese und Aland.

Milde, Biese und Aland sind die Namen von Ober-, Mittel- und Unterlauf eines 97 Kilometer langen westlichen Nebenflusses der Elbe, der keinen Namen für den Gesamtlauf hat. Das Projekt ist schon vor der Neuwahl auf den Weg gebracht worden. „Herr Reck fand es gut und ich denke, dass Herr Kloth dies nicht anders sieht. Entlang des Flusses sollen Slipanlagen entstehen, bei den Staustufen Übergangshilfen. Bei Erstgenanntem handelt es sich um eine schräge Ebene, auf der Boote vom Land in das Wasser gelassen werden. Schulz denkt dabei vor allem an die Freizeitkapitäne. Das Vorhaben soll mit Geld aus dem Leader-Förderprogramm umgesetzt werden. Der nötige Antrag sei bereits gestellt.

„Ich hatte zu Robert Reck ein gutes Verhältnis. Bis auf die strittige Frage des Einzugsbereiches Flessau, die den Bestand unserer Schule dort extrem berührt hat, lief eigentlich alles recht harmonisch“, erzählt Schulz. Reck sei ihm unbekannt gewesen. Kloth ist für Schulz hingegen kein unbeschriebenes Blatt, beide kennen sich aus der Partei und früher aus dem Kreistag. „Wir beide können etwas bewegen.“

Von Marco Hertzfeld

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