Arbeiter errichten Sicherheits-Barriere / Aus der Schützenanlage abgewendet

Schuss sitzt gerade noch: Gilde erhält neuen Zaun

An einer Stelle hat ein Baum ein größeres Loch gerissen. Der Zaun der Osterburger Schützen konnte in den vergangenen Jahren immer nur geflickt werden. Nun sollen Arbeiter gleich dahinter einen neuen Zaun setzen. Das Projekt soll möglichst rasch abgeschlossen sein.

Osterburg. „Wir kriegen gerade noch die Kurve. “ Handwerker erneuern momentan den Sicherheitszaun der Osterburger Schützenanlage am Fuchsbau. Vorsitzender Ulrich Bauer atmet auf.

Die frische Einfriedung kostet 12 000 Euro, viel Geld für einen Verein, der jeden Cent dreimal umdrehen muss. Das Projekt drohte wegen unzureichender Finanzierung zu scheitern. „Bei der nächsten Überprüfung des Schießplatzes wäre dieser mit hoher Wahrscheinlichkeit gesperrt worden. Wir hätten dann woanders hinfahren müssen. “ Über kurz oder lang hätte dies vielleicht sogar das Aus der „Schützengilde zu Osterburg von 1707“ bedeutet.

Ende September sah noch alles nach einem reibungslosen Ablauf aus (die AZ berichtete). Die nötigen Förderanträge waren gestellt, Bauer zeigte sich am Rande eines Wettbewerbs optimistisch. Er hatte auch damals um finanzielle Unterstützung kämpfen müssen, sicherlich, doch niemand rechnete mit einer solchen Zitterpartie. „Wir haben es aber trotzdem geschafft und danken allen, die uns helfen.“ Die Einheitsgemeinde Osterburg steuert 2400 Euro bei, der Kreissportbund sogar 6000 Euro. Die Kreissparkasse unterstützt das Projekt mit 2400 Euro. Der Eigenanteil des Vereins beträgt 1200 Euro. Das Land hingegen hat den Osterburger Schützen einen Korb gegeben. Bauer: „Ich möchte das nicht weiter kommentieren.“

Der alte Zaun bleibt erst einmal stehen, er störe ja nicht großartig. Was mit ihm genau passieren soll, wollen die Schützen irgendwann später entscheiden. Der Zaun stammt aus den 1970er-Jahren. „Im Prinzip ist er genauso alt wie die Anlage selbst, die GST hat damals den Schießstand hier eröffnet.“ Wer es nicht weiß: Hinter den Großbuchstaben GST verbirgt sich die Gesellschaft für Sport und Technik, eine Massenorganisation in der DDR. Gerade nach der politischen Wende wurde der Zaun immer nur ausgebessert und allenfalls zusätzlich mit Stacheldraht versehen. „Sicherheit ist im Schießsport nun einmal oberstes Gebot. Die Vorschriften müssen daher streng sein“, unterstreicht der Vorsitzende im Gespräch mit der AZ.

Die Arbeiter setzen die frische Umfriedung einfach hinter die betagte. Der neue Zaun misst ähnlich wie der alte 420 Meter und bringt es in der Höhe auf stattliche zwei Meter. Für die Schützengilde könnte die Investition auch ein Signal sein. Die Truppe sucht händeringend nach zusätzlichen Mitgliedern. Derzeit sind etwa 30 Schützen registriert, in Spitzenzeiten waren es einmal mehr als 80. Vor gut einem Jahrzehnt durften Bauer und Mitstreiter sogar von einem gänzlich neuen Domizil träumen. Doch ein Neubau sei inzwischen völlig unrealistisch, wie der Vorsitzende immer wieder selbst betont. Die Flinte ins Korn werfen wollen sie dennoch nicht. Das Schützenwesen habe in Osterburg eine Zukunft, ist Bauer fest überzeugt.

Von Marco Hertzfeld

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