Osterburgs Bürgermeister setzt unbeirrt auf die Burgstraße und Fördertöpfe

Schulz weist Kritik zurück: „Rathausausbau muss sein“

Wer beim Osterburger Stadtfest am vergangenen Wochenende im Nostalgie-Riesenrad gesessen hat, dem bot sich dieser Blick auf eine künftige Großbaustelle an der Burgstraße. Das olivgrün und graue Rathaus soll um die zwei Gebäude daneben erweitert werden.

Osterburg. „Wir können uns keine zwei Verwaltungssitze mehr leisten. “ Bürgermeister Nico Schulz weist die Kritik an den Ausbauplänen fürs Rathaus zurück. In den Ämtern der Einheitsgemeinde Osterburg seien gerade einmal noch gut 30 Mitarbeiter beschäftigt.

Und die Ernst-Thälmann-Straße 10 zu sanieren, würde die Kommune mindestens 2,3 Millionen Euro kosten. Diesen maroden Standort aufzugeben und das Rathaus um zwei Nebengebäude zu erweitern, sei „viel, viel günstiger“, meint der Christdemokrat. Genau das bezweifelt Ernst Jesse, der frühere Bürgermeister der Osterburger Ortschaft Walsleben. In der Kernstadt werde das Geld nur so zum Fenster herausgeworfen und für die kleineren Orte bleibe nichts mehr übrig.

Für Schulz ist die Erweiterung des historischen Rathauses ausgemachte Sache, der Stadtrat habe längst grünes Licht gegeben. „Der Rathausausbau muss sein.“ Die ziemlich heruntergekommene Burgstraße 13/14 soll in diesem Jahr zunächst von außen baulich gesichert werden. Landesfördermittel in Höhe von 630 000 Euro stehen dafür zur Verfügung. Die Stadt muss keinen Cent dazugeben. Im Anschluss soll der Ausbau im Inneren fortgeführt werden. Dafür setzt der Bürgermeister auf das Programm „Stadtumbau Ost“ und eine Zweidrittelförderung. „Wie hoch die Gesamtkosten ausfallen, lässt sich momentan noch nicht sagen, doch dieser Weg ist für uns eindeutig der bessere. Da bin ich mir absolut sicher. Zumal es für eine Sanierung der Ernst-Thälmann-Straße 10 nun einmal keine Fördermittel geben würde.“ Der mausgraue Komplex aus DDR-Zeiten liegt nicht im ausgewiesenen Sanierungsgebiet.

Kritiker Jesse hatte bei einer Ortschaftsratssitzung auch die Parkplatzsituation ins Feld geführt (die AZ berichtete). In der Innenstadt gebe es zu bestimmten Zeiten schon jetzt keine freien Parkplätze mehr. Ein erweitertes Rathaus mit mehr Mitarbeitern und größerem Zulauf der Bürger würde die Situation noch verschärfen, glaubt der Walslebener.

Bürgermeister Schulz sieht das gelassen. „Logisch, es werden ein paar Autos mehr in dem Gebiet stehen. Doch wir haben ausreichend Parkflächen in der Innenstadt. Selbst der Parkplatz an der Werbener Straße ist zu Fuß kaum mehr als zwei Minuten entfernt.“

Von Marco Hertzfeld

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