Städtepartnerschaft: Ostaltmärker reisen mit Landes-Delegation nach Meitar

Rückenwind aus Magdeburg für Osterburgs Israel-Pläne

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Chaim Noll (l.) saß bei den Olita 2013 an der Seite von Bürgermeister Schulz. In neun Tagen wird der Deutsch-Israeli in Stendal aus einem Buch lesen. Schulz will ihn dort wiedersehen.

Osterburg. Nico Schulz’ Israel-Pläne gewinnen an Kraft. Eine Städtepartnerschaft scheint tatsächlich möglich.

Der Bürgermeister und zwei weitere Vertreter Osterburgs sind Teil einer Delegation aus Sachsen-Anhalt, die im November den Nahen Osten, in dem es nach wie vor kräftig rumort, besuchen wird. „Unsere Landesregierung hat ein starkes Interesse an derartigen Verbindungen“, freut sich der Christdemokrat über den Rückenwind aus Magdeburg. Auf dem Reiseprogramm steht nicht zuletzt Meitar, eine Stadt in der Wüste Negev mit etwa 7000 Einwohnern. Die Ostaltmärker wollen freundschaftliche Beziehungen aufbauen.

Vertreter aus Burg und der Gemeinde Unstruttal werden ebenfalls nach Israel reisen. Diese beiden Kommunen sind weiter als Osterburg und haben bereits Partnerschaften aufgebaut. Über den genauen Ablauf des Besuches sei noch nicht abschließend entschieden, sagt Schulz der AZ. Voraussichtlich wird sich die Delegation aus Sachsen-Anhalt in Tel Aviv und Jerusalem mit Botschaftern, Mitarbeitern von Behörden und Mitgliedern von Vereinen treffen. Zudem sollen die Gäste aus Ostdeutschland einen jeweiligen Schwerpunkt setzen können, die Osterburger zieht es da natürlich vor allem nach Meitar.

Schulz beobachtet die Entwicklung im Nahen Osten aufmerksam. Die alte Feindschaft zwischen Israelis und Palästinensern waren vor einigen Wochen wieder neu aufgeflammt. Es gab Tote und Verletzte. Inzwischen hat sich die Lage wieder etwas entspannt. „Ich hoffe, dass dort endlich auf Dauer Frieden einkehrt, doch der Weg dorthin ist nicht einfacher geworden“, glaubt der Osterburger. Das frühere Landtagsmitglied pflegt seit geraumer Zeit Kontakte nach Israel, organisiert federführend Bildungsreisen in das Land und ist Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft mit Sitz in Magdeburg.

Meitar sucht den Austausch mit einer Stadt in Sachsen-Anhalt, und die Ex-Kreisstadt will sich finden lassen. Osterburgs Interesse ist im Frühsommer vergangenen Jahres öffentlich geworden (die AZ berichtete). Schulz will möglichst viele Mitstreiter gewinnen. Meitar sei Teil einer aufstrebenden Region und werde vermutlich an Gewicht gewinnen. Davon könnte Osterburg als Partnerstadt nur profitieren. Der Bürgermeister denkt dabei an einen regelmäßigen Schüleraustausch und auch wirtschaftliche Kontakte. Zudem würde eine solche Verbindung einen erheblichen Imagegewinn mit sich bringen.

Der Besuch des deutsch-israelischen Schriftsellers Chaim Noll, Sohn des DDR-Autors Dieter Noll („Die Abenteuer des Werner Holt“), bei den Osterburger Literaturtage 2013 hat dem Vorhaben einen zusätzlichen Schub gegeben. Noll wird in wenigen Tagen für eine Lesung in Stendal weilen. Schulz will die Chance nutzen und ihn treffen. Knackpunkt ist und bleibt die große Entfernung zwischen Osterburg und Meitar. Zwischen den beiden Städten liegen immerhin 3000 Kilometer. Da sollte jede Möglichkeit des persönlichen Gesprächs genutzt werden, meint Schulz. Noll lebt in der Wüste Negev.

Von Marco Hertzfeld

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