Osterburg erwartet freie Fahrt für Wassertouristen – Landesbetrieb spielt mit

Politik drängt auf Zusage: Mitte Juli krautlos glücklich

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Wie die Biese wird auch die Uchte bei Osterburg regelmäßig von allzu üppigem Grün befreit. Politik und Verwaltung der Einheitsgemeinde setzen auf Wassertourismus und wünschen sich dafür freie Fahrt. Dem Landesbetrieb muss es in erster Linie um den Hochwasserschutz gehen.

Osterburg. Wie viel Kraut in einen Fluss gehört, darüber streiten sich die Geister. Kommunalpolitiker sehen jedenfalls in diesem Jahr bei all dem Grün rot. „Wir sind nun aber optimistisch, dass es 2017 besser laufen wird.

Man hat uns zugesagt, dass die Sohlenmähung in der zweiten Dekade des Juli abgeschlossen sein wird“, erläutert Bürgermeister Nico Schulz nach einem Gespräch im Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW). Somit müssten sich gerade Kanuten und Ruderer ab 11. Juli im Flussbereich Osterburg nicht mehr mit allzu üppigem Grünzeug rumärgern. Die Einheitsgemeinde setzt verstärkt auf Wassertourismus.

Bei der Biese handelt es sich um ein Gewässer erster Ordnung, und für die ist das LHW zuständig. „Hans-Jörg Steingraf und seine Mitarbeiter betreuen ein riesiges Gebiet, Osterburg ist nur ein Teil davon. Das erkennen wir natürlich auch an. Doch wir wollen nun einmal unsere Einheitsgemeinde touristisch und auch in der Freizeitgestaltung unserer Bürger weiter voranbringen, und dabei will uns das LHW nicht im Wege stehen“, meint der Christdemokrat im AZ-Gespräch. Gleichwohl habe das LHW auch seinen Standpunkt klargemacht, es sei nicht dafür da, um die Biese für Touristen und einheimische Freizeitpaddler von Kraut freizuhalten. Es geht vor allem um den Hochwasserschutz. „Da will auch niemand widersprechen.“

Steingraf und Kollegen sind für Biese, Aland, Uchte und die Elbe zuständig. Die Gewässer in ihrem Bereich sind insgesamt mehr als 230 Kilometer lang, die Gesamtfläche beträgt gut 550 Hektar. Und nicht zu vergessen sind die Deiche, unterm Strich mindestens 235 Kilometer lang. „Für die Entkrautung der Sohle, den Flussgrund, steht im gesamten Bereich nur ein Boot zur Verfügung. Und das war auch noch kaputt und musste repariert werden. Die Arbeiten konnten nur verspätet beginnen“, so Schulz. Rathaus und LHW wollen weiter im Gespräch bleiben.

Von Marco Hertzfeld

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