Osterburgs Meisterensemble von einst lässt beim Wiedersehen die Instrumente daheim und geht zu Tisch

Ein Pionierblasorchester der guten Noten

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Ein Erinnerungsfoto vor der Landessportschule, wo der Tisch bereits gedeckt ist.

Osterburg. „Wir waren eine verdammt eingeschworene Gemeinschaft, und richtig auf Zack“, meint Jürgen Emanuel verschmitzt. Selbst jene, die in ihrem späteren Leben nicht mehr allzu viel mit Musik am Hut hatten, erinnern sich gern an das Pionierblasorchester Osterburg.

Von 1958 bis 1964 spielten die Altmärker gemeinsam, probten, traten auf und wurden sogar mehrmals hintereinander DDR-Meister. „Dafür musste man das Prädikat ,Ausgezeichnet’ bekommen, wir haben das geschafft“, berichtet Emanuel, der beim Wiedersehen am Wochenende ein wenig den Ton vorgab. Instrumente hatte niemand ausgepackt. „Wenn wir essen und trinken, blasen wir nicht. “.

Der Jahrgang 1958 trifft sich seit 2008 alle zwei Jahre. Je älter ein Mensch wird, umso wertvoller werden Erinnerungen, meint Emanuel. An diesem Abend sollte das Gespräch auch immer wieder auf Herbert Willkomm, den inzwischen verstorbenen Leiter des Orchesters, kommen. „Irgendwie sind wir noch mit ihm verbunden, er und die Musik haben uns ein Stück weit geprägt.“ Einige wenige stehen nach wie vor auf der Bühne, Emanuel mit den Osterburger Blasmusikanten.

Die Kinder von damals, inzwischen alle so Mitte 60, leben nicht mehr geschlossen in Osterburg und Umgebung. Detlev Schimanski aus Baden hatte die weiteste Anreise. Wenn sich die Truppe 2018 wiedersieht, dann werden die ersten Töne im Pionierblasorchester sechs Jahrzehnte her sein.

Von Marco Hertzfeld

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