Ausrichter des Osterburger Spargelfestes plant für Jubiläumsausgabe 2017 ein besonderes Lichtspiel

Paukenschlag für royales Gemüse in der Biesestadt

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Melina Ungnade wartet die offizielle Eröffnung der traditionell vom Ratskeller-Team ausgerichteten „Altmärkischen Spargeltafel“ erst gar nicht ab. Das Urteil der Zehnjährigen: „Spargel ist lecker.“

Osterburg. „Das Stadt- und Spargelfest gehört zu Osterburg wie die Biese, die Nicolaikirche und der Neptunbrunnen. So soll es sein, so ist es richtig. “ Ausrichter Lothar Welte ist mit der 19. Auflage zufrieden, die Besucherzahl dürfte denen der vergangenen Jahre ähnlich sein.

Nur das Geld saß dieses Mal bei den Besuchern nicht ganz so locker, sagt der gebürtige Magdeburger nach einer Blitzumfrage unter den Schaustellerkollegen. Vermutlich habe es am ungewohnt späten Termin im Monat und konkurrierenden Festivitäten gelegen. Für 2017, wenn das Stelldichein zum 20. Mal stattfindet, wollen alle noch einen draufsetzen. Wie genau, will der Rostocker derzeit nicht verraten. Nur so viel: „Wir werden die Stadt und insbesondere das Gotteshaus noch einmal ganz anders in Szene setzen, allein schon von der Illumination, der Beleuchtung, her. Man darf gespannt sein. “.

Vielleicht ließen sich ja auch die Kaufleute entlang der Breiten Straße, Osterburgs Einkaufsmeile, im nächsten Jahr zum stärkeren Mitmachen animieren. „Dort schlägt eigentlich das Herz, das kaufmännische Herz, dieser Stadt, doch es ist bislang kaum zu hören gewesen“, meint Welte. Auch am Wochenende hatten nur einige wenige Geschäfte geöffnet, Eisläden und Bäcker beispielsweise, die vermutlich auch sonst zu dieser Zeit Kunden bedient hätten. „Dennoch: Wer sich engagiert ist unsere Verbündeter, jeder einzelne Inhaber zählt.“ So wirkte die Breite Straße an den drei Festtagen mitunter wie ausgestorben und wie ein dicker Trennstrich zwischen August-Hilliges-Platz und dem großen Rest des Festgebietes.

Das Programm habe Jung und Alt gleichermaßen begeistern können. Eine angekündigte Kochshow mit Spargelgerichten sei ausgefallen oder zumindest irgendwie verschoben worden, nun gut. Dem Fest-umzug der Schützen fehlte die versprochene musikalische Unterstützung, was noch zu klären sei. Und einigen Besuchern sollen die Pausen zwischen einzelnen Programmpunkten zu lang gewesen sein, auch darüber werde noch zu sprechen sein. „Im Großen und Ganzen wurde das Programm aber wie geplant umgesetzt und die Menschen waren begeistert. Schon der erste Abend mit dem Höhenfeuerwerk ist ein schöner Erfolg gewesen. Die Leute kamen zu mir und haben sich bedankt, das erlebt man auch nicht alle Tage.“

Der Erfolg habe viele Väter und Mütter, den kleinen und den großen Bürgermeister, Ortschef Klaus-Peter Gose und Nico Schulz, Oberhaupt der Einheitsgemeinde, die beide zahlreiche Sponsoren gewinnen konnten, den Wirtschaftsinteressenring (WIR) mit Thorsten Schulz an der Spitze, Marktmeister Christian Lübeck, und Familie Lenzner, die nicht zuletzt für das Bühnenprogramm verantwortlich zeichnete. „Queen II“, Ich-will-Spaß-Markus, die polnische Jugendband „TNNR“, Frank Zander, „No Limit“ und andere Künstler sorgten für „Eins-a-Unterhaltung“, wie Ausrichter und Schausteller Welte im Gespräch mit der AZ meint.

Geärgert haben sich die Organisatoren über ein Berliner Unternehmen, das in Osterburg für ein „Brandenburger Dorf“ sorgen sollte. „Sozusagen kurz vor Ladenschluss haben uns diese Leute einfach abgesagt“, schimpft Welte immer noch fassungslos. „Mit viel Glück und Einsatz haben wir noch Ersatz gefunden, sodass den Besuchern des August-Hilliges-Platzes der Ärger gar nicht aufgefallen sein dürfte.“

Über den August-Hilliges-Platz selbst möchte Welte am liebsten gar nicht mehr sprechen. Das Gelände sei nach den Bauarbeiten schön anzusehen, unbestritten, doch die neue Struktur schränke nun einmal die Möglichkeiten ein. Ob sich dort zukünftig zum Beispiel ein Riesenrad, wenn auch nur ein kleines, aufstellen lässt, sei deshalb fraglich. „Wir hätten uns gewünscht, dass man uns bei der Planung zumindest fragt und ein klein wenig einbezieht, schließlich lebt ein solches Fest mitten in der Stadt und nicht irgendwo auf der grünen Wiese von attraktiven Standorten. Wir brauchen Platz, da sind beispielsweise Beete, Mülleimer oder Fahrradständer ein echtes Hindernis. Nicht alles trifft auf Osterburg zu, es ist ein generelles Problem in zahlreichen Städten.“

Die Organisatoren wollen dieser Tage in Klausur gehen und eine genauere Besucherzahl nennen. Inwieweit den Gästen das eigentlich schon traditionelle „Europäische Dorf“ gefehlt hat und wie sehr die „Oldmark-Parade“ hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist, könnten weitere Punkte sein, deren Diskussion lohnt.

Von Marco Hertzfeld

Osterburger feiern Stadtfest

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