Keine Garantie für zweiten Bieseübergang 2018 / Land: Radwegtrasse unklar

Osterburger „Schwiegermutter“ ist einsam: Brücke lässt auf sich warten

+
Von der Brücke sind nur noch Erde und Sockel übrig. Nach wie vor müssen Radler und Spaziergänger Umwege nehmen.

Osterburg. Die Schwiegermutterbrücke ist einsam. Ob ihr Gegenstück, die Schwiegervaterbrücke, wirklich, wie von Bürgermeister Nico Schulz angekündigt, 2018 neu gebaut werden kann, scheint so garantiert nicht.

„Die Planungen zur Brücke werden erst aufgenommen, wenn die Trasse des Radweges feststeht“, betont Manfred Krüger. Die neue Radwegbrücke über die Biese soll circa zehn Meter weiter östlich stehen, da für ihren alten Platz kein Grunderwerb möglich gewesen sei. Aussagen zur Konstruktion und zu den Kosten kann der Regionalbereichsleiter der Landesstraßenbaubehörde noch nicht machen. Die Osterburger warten schon fast sehnsüchtig auf eine neue Überführung. Die alte, marode Brücke war einige Jahre gesperrt und wurde vor Kurzem abgerissen.

Die Bieseüberquerung entsteht gemeinsam mit einem Fahrradweg, den die Landesbehörde mit Sitz in Stendal begleitend zur B 189 plant und der über den Schwarzen Weg bis zur Bismarker Straße führen soll (die AZ berichtete). Krüger: „Für den Radweg wurde im Februar 2016 mit der Entwurfsplanung begonnen. Die Rahmenbedingungen zum Trassenverlauf haben sich geändert, sodass es bei der Entwurfsplanung zu Verzögerungen gekommen ist.“ Für den ersten Abschnitt des Radweges von der L 13, Bismarker Straße, bis nördlich der neuen Radwegbrücke bestehe noch mit der Stadt Klärungsbedarf in Höhe der Gartensparte. „Hier wurde bisher nur ein erster Trassenvorschlag zur Abstimmung erstellt. Für den zweiten Abschnitt nördlich der neuen Brücke bis zum Anschluss an die L 9 wurde mit der Entwurfsplanung begonnen.“ Dort soll der Radweg auf zweieinhalb Meter verbreitert werden. Dabei müsse der Baumbestand beachtet werden. Wenn der Trassenverlauf spruchreif sei, will die Behörde den Baugrund genau untersuchen lassen.

Wer es nicht weiß oder vielleicht vergessen hat: Wenige Hundert Meter weiter südlich steht die Schwiegermutterbrücke. Sie hat ihren Namen, weil ein Bürgermeister im alten Osterburg der Legende nach eine Überführung an dieser Stelle hat errichten lassen, um schneller zu seiner Frau zu gelangen. Der Name des zweiten Übergangs erklärt sich schon fast von selbst. Wo eine Schwiegermutter ist, kann der Schwiegervater nicht weit sein.

Von Marco Hertzfeld

Kommentare