Stadt setzt für nördliche Breite Straße auf Wohnungsbau und will ein eigenes Haus anbieten

Osterburger Boulevard vergessen und verkauft

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Ob das Haus im Vordergrund noch erhalten werden kann oder nicht, ist offen. Die Stadt will das Grundstück verkaufen.

Osterburg. „Die Tristesse weicht. “ Nico Schulz sieht die nördliche Breite Straße in Osterburg in einer gewissen Aufbruchstimmung. Die Stadt will weitere Impulse geben und ihr Grundstück neben der früheren Apotheke am liebsten irgendwann verkaufen.

Ob das recht marode Haus darauf gerettet werden kann, soll ein Holzschutzgutachten ergeben, das schon bald in Auftrag gegeben werden soll. Und auch der Denkmalschutz habe ein Wort mitzureden. „Wir können als öffentliche Hand dem Bereich nicht die Geschäfte wiedergeben, doch zumindest Anreize für neue Eigentümer und vor allem Wohnbebauung geben“, sagt der Christdemokrat.

Während die südliche Breite Straße, die Einkaufsstraße der Biesestadt, zu bestimmten Zeiten durchaus reich an Leben ist, hat der nördliche Teil noch deutlich stärker zu kämpfen. Häuser stehen leer, Unkraut wächst auf den Gehwegen, nur wenige Menschen sind unterwegs. „Dass in Osterburg nach der Wende so viele Geschäfte geschlossen haben, liegt nicht allein an der geringen Kaufkraft einer 6000-Einwohner-Stadt, sondern vor allem am veränderten Kaufverhalten der Menschen. Viele Leute nutzen das Internet und lassen sich ihre Ware nach Hause liefern. So ist zumindest der Trend.“

Die Verkehrsführung in der Altstadt zu ändern, macht aus Sicht des Einheitsgemeindeoberhauptes keinen Sinn. Autos dürfen auf der nördlichen Breiten Straße auch zukünftig in beiden Richtungen unterwegs sein, im südlichen in eine. „Vor zehn, 15 Jahren hat es im Stadtrat eine Diskussion gegeben, aus der Straße einen Boulevard zu machen, den Verkehr also ganz zu verbannen. Es gab einige Befürworter. Doch die Gegner haben sich durchsetzen können, zum Glück. Ansonsten hätten die Geschäfte noch mehr Kunden verloren.“

Oberhalb der Breiten Straße werde es bald viel Arbeit geben. Das private Drescherhofgelände soll genauso neu bebaut werden wie gegenüber das kommunale Areal, auf dem einst das Kino stand. Ein Privatmann lässt wenige Meter weiter schon ein Gebäude sanieren. Schulz wünscht sich für den Bereich nicht nur Wohnraum für ältere Menschen, sondern auch für junge Familien. „Ich bin fest davon überzeugt, dass die Veränderungen dort bis hinein in die nördliche Breite Straße ausstrahlen, etwas anstoßen und bewegen.“ In Höhe der einstigen Apotheke entsteht bereits ein neues Wohnhaus. „Kommunalpolitik und Verwaltung können in einem bestimmten Maße Rahmenbedingungen schaffen, es kommt aber auch auf die Bürger an.“

Von Marco Hertzfeld

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