Paddler sollen es bequemer haben

Osterburg holt sich für Fluss-Projekt 2017 Seehausen ins Boot

Die Biese soll für Touristen noch besser nutzbar sein. Wehranlagen wie die nahe dem Biesebad in Osterburg bereiten Paddlern einige Mühe. Anderswo lassen sich Boote aber noch schwieriger umsetzen. Ordentliche Ein- und Ausstiegshilfen sollen gebaut werden.

Osterburg. Die Einheitsgemeinde Bismark ist vor Osterburgs Bürgermeisterzimmer mit Freizeit- und Urlaubstipps auffallend vielfältig vertreten, dafür mangelt es an Flyern der Biesestadt selbst.

Nico Schulz ist dies beim Besuch der AZ offensichtlich ein wenig unangenehm, doch schnell erkennt der Christdemokrat für sich, dass es viel wichtiger sei, wenn derartige Broschüren in der Bibliothek samt Touristinformation ausliegen. „Dort gibt es genug, und hier bei mir werden sie sofort nachgelegt. “ Auch so sieht der Bürgermeister seine Gemeinde auf dem richtigen touristischen Weg. Das wichtigste Projekt derzeit sei eines für Wassertouristen: Anlegestellen und Einstiegshilfen für Paddler, Ruderer & Co. auf Biese und Aland sollen entstehen.

Osterburg holt sich für das Vorhaben Seehausen ins Boot, schließlich handele es sich um ein und denselben Fluss, der beim Nachbarn nur anderes heiße. Mitte September müssen Projekte, die 2017 über „Leader“ gefördert werden sollen, eingereicht sein. „Momentan listen wir auf, wo was genau entstehen könnte. Hindernisse für Wassertouristen sind vor allem Wehranlagen wie die in Rossau oder die in Osterburg am Biesebad.“ Wie viele Ein- und Aussteighilfen nötig sind und was das Ganze kostet, stehe noch nicht fest. „Die Gegebenheiten sind auch nicht überall gleich. Hier und da muss zum Beispiel die Böschung womöglich mehr abgesenkt werden als anderswo. Es könnten mitunter auch befestigte Bereiche geschaffen werden, um das Auto ordentlich abzustellen.“

Ein Radwegenetz, das sich nicht nur ob der Milde-Biese-Tour sehen lassen könne, der Reitverein in Krumke mit seinen vielfältigen Angeboten und der „Gartenträume“-Park dort, das neu gestaltete Biesebad, eines der ganz wenigen erhaltenen Flussbäder in Deutschland, die Landessportschule, in der nicht nur Leistungssportler gern gesehen seien, und, und, und. Bürgermeister Schulz würden noch mehr Beispiele einfallen, warum Kernstadt und die anderen zehn Ortschaften „ein beachtliches touristisches Potenzial haben“, was so schnell wie möglich noch deutlich stärker genutzt werden soll. Mit konkreten Angaben kann Schulz so auf die Schnelle nicht dienen, doch schon allein wegen der Landessportschule dürfte die Zahl der Übernachtungen bei jährlich mehreren 10 000 liegen. „Und die Leute treiben ja nicht nur Sport, sie schauen sich um, kaufen ein, gehen auch mal essen. Es profitieren also viele.“

Gern hätte der Bürgermeister auch schon eine Swingolfanlage im Angebot der Landessportschule gesehen. Doch das Projekt liegt nach wie vor auf Eis. „Wir sind mit dem Landessportbund weiter im Gespräch, doch dort hat man die Möglichkeiten dieses Freiluftsports noch nicht ausreichend erkannt.“ Die Stadt argumentiert mit einer positiven Machbarkeitsstudie und der Aussicht auf Geld aus dem Leader-Fördertopf. Schulz will in dieser Sache nicht locker lassen. „Kurzum: Wir sind touristisch gut aufgestellt, sollten aber die nächsten Jahre ruhig noch spürbar zulegen. Wir sind nicht die Balearen oder die Ostsee, aber langweilen muss man sich schon jetzt bei uns nicht.“

Von Marco Hertzfeld

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