Menners Stallweihnacht zum Abschied: Familienbetrieb in Wolterslage schließt am Jahresende

„Nun muss es anders weitergehen“

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Winfried Menner (42) gehen viele Gedanken durch den Kopf. Mit Ehefrau Friederike (Bild oben r.) hat er in Wolterslage ein Anwesen aufgebaut, das immer wieder auch für kulturelle Angebote sorgte. Nun ist Schluss. Die Schwestern Mona und Amélie gehören zu den Gästen der letzten Stallweihnacht, ihre Mutter ist mit den Menners befreundet. Und die „motorisierte“ Katze schnurrt für alle.

Wolterslage. „Wir haben uns hier viel Schönes aufgebaut und waren glücklich. Doch nun muss es eben anders weitergehen“, sagt Friederike Menner und schaut traurig über den Hof des Landhauses in Wolterslage.

Immer mehr Gäste betreten das Areal, nicht alle wissen bereits, dass die traditionelle Stallweihnacht die letzte Veranstaltung sein wird. Der Gastronomiebetrieb schließt zum Jahresende aus gesundheitlichen und familiären Gründen. Es gebe bereits erste Interessenten. Das Anwesen soll in gute Hände abgegeben werden. „Wir selbst würden gern in der Region bleiben. Ob uns das gelingt, hängt maßgeblich davon ab, wo mein Mann Arbeit findet“, sagt die 42-Jährige der AZ. Die Familie stammt ursprünglich aus Bayern. Seit 2005 lebt sie so richtig in der Ostaltmark, 2006 wurde „Menner’s Landhaus“ eröffnet.

Winfried Menner scheint wie seine Frau permanent im Gespräch, die Gäste wollen reden, ein wenig Abschiedsstimmung macht sich schon an diesem Nachmittag breit. Das spüren selbst die jüngsten Gäste, wenngleich diese vor und zwischen den aufgebauten Holzhütten natürlich reichlich Aufregendes finden. Es gibt Waffeln, hausgemachten Baumkuchen und andere Leckereien mehr, da greifen auch die Erwachsenen gern zu. Eine Musikanlage sorgt für passende adventliche Klänge. Aus dem nahen Stall luchsen immer wieder Pferde heraus. In einer freien Box ist eine Weihnachtskrippe aufgebaut. Mona (4) und Amélie (6) gehören zu den Ersten, die sich von den Holzfiguren begeistern lassen.

Für ihre letzte Stallweihnacht hat sich die Familie einen Partner gesucht. Der Kultur- und Sportverein der Altgemeinde Königsmark mit Ronald Roefe an der Spitze hilft, wo es möglich ist. Der Vorsitzende greift für die Besucher höchstpersönlich zur Grillzange. Mitglieder des Vereins haben auch schon bei den Vorbereitungen geholfen. Enrico Günther, Bürgermeister der Osterburger Ortschaft Königsmark, zu der Wolterslage gehört, hat auch wie selbstverständlich angepackt.

Im Januar steht im Verein die Wahl des Vorstandes an. Roefe möchte sich wieder um das Amt des Vorsitzenden bewerben. 2011 gegründet, zählt die Organisation mehr als 80 Mitglieder. „Eine ordentliche Zahl.“ Über die nächsten Vorhaben soll ebenfalls bei der jährlichen Hauptversammlung Anfang 2015 gesprochen werden. „Wir haben uns wieder einiges vorgenommen“, sagt Roefe der AZ und feuert den Grill noch einmal kräftig an. An diesem Nachmittag sind andere Dinge wichtiger. Familie Menner in Wolterslage begrüßt die nächsten Besucher der letzten Stallweihnacht.

Das traditionelle Entenessen am 25. Dezember ist übrigens ausgebucht. Die Übernachtungen laufen noch weiter, bis ein Käufer gefunden ist. Das gilt auch für die Therapiewochen.

Von Marco Hertzfeld

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