In Feierlaune: Tempofallen in Erxleben stehen pünktlich zum 3. Oktober und dem Reiseverkehr

Tag des nördlichen Blitzgewitters

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Vorsicht Blitzer! Keine sechs Wochen mehr und in Erxleben stehen wie hier in Buchholz seit April 2014 Messsäulen.

Erxleben. Der Countdown läuft. Irgendwann in der 39. Kalenderwoche, also wahrscheinlich zwischen Montag, 26. , und Freitag, 30. September, und ausgerechnet kurz vor dem verlängerten Feiertagswochenende (Tag der Deutschen Einheit) mit mutmaßlich viel Reiseverkehr, werden die stationären Tempofallen in Erxleben, im Norden der Altmark, aufgestellt.

Auf den genauen Zeitpunkt kann oder will sich Landkreis-Sprecherin Angela Vogel auch auf Nachfrage nicht festlegen. Eines lasse sich allerdings bereits sagen: Am Tag ihrer Montage werden die Blitzer auch gleich scharf gestellt. Damit kündigen die Ordnungshüter Rasern auf der viel befahrenen Bundesstraße 189 verstärkt den Kampf an. 35 Kilometer weiter südlich, in Buchholz, stehen bereits zwei Messsäulen. In blitzerlosen Zeiten waren dort täglich im Durchschnitt 800 Fahrer zu schnell unterwegs, in den ersten Tagen danach 100 und nun vielleicht noch 20, wenn überhaupt.

Eine ähnliche Entwicklung erhofft sich die Einheitsgemeinde Osterburg, die den Antrag für ihre Ortschaft gestellt hatte. „Grund für die Antragstellung ist eine hoffentlich spürbare Verkehrsberuhigung innerhalb der Ortslage Erxleben. Insbesondere die Minderung von Verkehrslärm der dort durchfahrenden Kraftfahrzeuge, die Senkung von Vibrationen von durchfahrenden Lkw und selbstverständlich die Geschwindigkeitsüberwachung sind Grund für diese Maßnahme“, erläutert Vogel gegenüber der AZ. Die Erxlebener warten bereits seit etlichen Jahren auf die Anlagen, immer wieder ist das Projekt verschoben worden.

Der Landkreis hat noch keinerlei Erfahrung mit stationären Blitzern, die Stadt Stendal schon. Kommunen mit mehr als 20 000 Einwohnern können eigene Wege gehen und müssen nicht wie die Einheitsgemeinde Osterburg und ihre Ortschaft Erxleben auf den Landkreis vertrauen. Mitarbeiter des Kreisordnungsamtes sind mit dem mobilen Blitzgerät im gesamten Gebiet an circa 180 Messstellen zur Verkehrsüberwachung im Einsatz. „Weitere stationäre Messgeräte sind derzeit innerhalb des Landkreises Stendal nicht geplant.“ Von Abzocke könne keine Rede sein, so die Initiatoren. Die Meinung , Kommunen wollten nur ihre Kassen füllen, sei schlichtweg falsch.

Wie Stendal für Buchholz schließt der Landkreis für Erxleben einen Dienstleistungsvertrag mit einer Firma ab, und zwar über vier Jahre. Die Geräte werden nicht gekauft. Eine ganz genaue Kalkulation könne deshalb nicht abgegeben werden. Die Kosten für die öffentliche Hand liegen 2016 bei circa 30 000 Euro, für die Jahre danach rechnet Landkreissprecherin Vogel mit Ausgaben von jeweils ungefähr 20 000 Euro.

Von Marco Hertzfeld

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