Schmersaus Ortsdurchfahrt steht nicht im Mehrjahresprogramm bis 2019

Und noch ein Flicken drauf: Holperpiste muss warten

+
Wenn der Titel „flickenreichste Piste im Landkreis“ zu vergeben wäre, die Schmersauer Ortsdurchfahrt hätte sicherlich gute Chancen. Kürzlich rückte ein Bautrupp des Landkreises an. Wann die Strecke so richtig erneuert wird, ist nach wie vor unklar.

Schmersau. Die Straße durch Schmersau gehört für Autofahrer zu den schlechtesten Pisten im Landkreis. Eine Erneuerung der Holperstrecke ist auch weiterhin nicht in Sicht. Thomas Müller, im Stendaler Landratsamt für Straßenbau zuständig, kann wenig Hoffnung machen.

Im aktuellen Programm bis 2019 ist die Ortsdurchfahrt nicht enthalten. „Der Zustand ist nicht zufriedenstellend, insbesondere da eine geschlossene Kanalisation für das Regenwasser fehlt“, lässt der Sachgebietsleiter auf Anfrage der AZ wissen. Auch über die Fußgängerwege müsse irgendwann gesprochen werden. Das Gesamtpaket würde schätzungsweise gut eine Million Euro kosten. Ein solcher Betrag steht dem Landkreis jährlich an Fördermitteln für seinen gesamten Straßen- und Brückenbau zur Verfügung. Entsprechend schlecht seien die Aussichten für Schmersau, redet Müller erst gar nicht um den heißen Brei herum.

Kürzlich rückte ein Trupp der Kreisstraßenmeisterei an, der Fahrrillen mit Asphalt beseitigte. „Die Straße ist gefahrlos benutzbar. Schlaglöcher oder Verwerfungen sind nicht vorhanden“, versichert Müller. Nicht mehr und nicht weniger. Wie alt die Problempiste im Gladigauer Ortsteil ist, lasse sich nicht genau sagen. „Es werden aber die 50er-Jahre als Entstehungszeitraum vermutet.“ Über den Flickenteppich fuhr übrigens auch die Jury des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ ins benachbarte Gladigau, das sich in diesem Jahr die Landeskrone aufsetzen will. Schmersaus Ortsdurchfahrt besteht aus zwei Teilen. 400 Meter sind asphaltiert, 700 Meter sind mit Großpflaster belegt und teilweise mit Asphalt überzogen. Der eine Abschnitt ist 5,2 Meter breit, der andere 7,2 Meter.

Eine Verkehrszählung vom 8. Januar dürfte den Befürwortern einer Erneuerung der Straße nicht gerade in die Hände spielen. Binnen 24 Stunden passierten 394 Fahrzeuge den Messpunkt. Das sind etwas mehr als 16 Fahrzeuge pro Stunde. „Die Verkehrsbelegung ist neben dem Straßenzustand ein wichtiges Kriterium bei der Straßenplanung.“ Der Bedarf in der Ostaltmark sei groß, die Möglichkeiten des Landkreises seien aber begrenzt. So gibt es beispielsweise aktuell allein für 13 Brücken in Müllers Verantwortung die Empfehlung für einen Neubau. Das besagte Mehrjahresprogramm umfasst Vorhaben des Landkreises und der Gemeinde und wird regelmäßig überarbeitet. Die aufgelisteten Projekte werden zu 80 Prozent gefördert, das Landesgesetz zur Finanzierung von Investitionen des kommunalen Straßenbaus, ehemals Entflechtungsgesetz, macht es möglich.

Die Ortsdurchfahrt ist Teil der Kreisstraße 1074, die in Flessau an der Landesstraße  13 beginnt und in Boock an der L  12 endet. Die Kreisstraße verbindet die Orte Rönnebeck, Orpensdorf, Schmersau und Gladigau mit dem übergeordneten Straßennetz. Landkreismitarbeiter Müller: „Jede Kreisstraße ist wichtig, weil sie die Lebensader für den Ort ist, von Schulbussen, Lieferfahrzeugen und dem Individualverkehr befahren wird.“

Von Marco Hertzfeld

Kommentare