Verein lässt 40 Jahre alte Bohlen Mitte Dezember ersetzen – ohne Finanzspritze des Landes

Die neuen Bahnen hart erkämpft

+
Traditionsreiche Spielstätte: Vorsitzender Bernd Drong holt sich immer wieder einmal auch Gäste wie Landespolitikerin Dr. Helga Paschke in die Halle, um für den Kegelsport zu werben.

Osterburg. Während das Land den Kegelsportclub (KSC) Osterburg auch in diesem Jahr hat hängen lassen, rechnet Vorsitzender Bernd Drong nun fest mit der Unterstützung von Lotto-Toto. Die altersschwachen Bohlen müssen komplett erneuert werden. Kostenpunkt: circa 18 000 Euro.

Die Arbeiten sollen am 15. Dezember beginnen und binnen fünf Tagen erledigt sein. Ein drohendes Ende des Wettkampfbetriebs kann damit gerade noch abgewendet werden. In diesem Jahr können vier Jahrzehnte Kegelsport in der Biesestadt gefeiert werden. Die im Oktober 1974 übergebene Halle an der Mühlenstraße ist für die Sportfreunde unverzichtbar. „Ohne neue Bahnen können wir einpacken. “ Der biesestädtische Verein zählt derzeit etwa 50 Mitglieder.

Der Ärger auf das Land ist groß. Für die Erneuerung der 40 Jahre alten Bohlen hatte es schon 2013 kein grünes Licht gegeben. Dabei schien schon alles in Sack und Tüten. Der zweite Anlauf in diesem Jahr ging ebenfalls daneben. „Hinter vorgehaltener Hand heißt es, dass der Kegelsport insgesamt derzeit nicht für besonders wertvoll gehalten wird. Das ist brutal. Deshalb landen wir in den Förderlisten auf den hinteren Plätzen und kriegen kein Geld mehr ab“, ist sich Drong im Gespräch mit der AZ sicher. Allein weil die Einheitsgemeinde Osterburg und der Kreissportbund (KSB) dem Kegelverein ihre finanzielle Hilfe verlässlich zugesagt hätten, können die nächsten Monate und Jahre sportlich geplant werden.

Der KSC will den Nachwuchsbereich neu aufbauen. „Wir hatten schon einmal eine Zeit, da bestimmten unsere Sportler das Niveau in der Altmark und sogar darüber hinaus. Daran wollen wir wieder anknüpfen.“ Eine Reihe erfahrener Spieler geht in nächster Zeit in den beruflichen Ruhestand und will sich dann der sportlichen Nachwuchsarbeit widmen. Übungsleiter sollen nicht zuletzt in Schulen nach neuen Talenten suchen. „Wir reden immer alle vom demografischen Wandel und davon, wie wichtig es sei, gerade junge Leute in der Region zu halten. Nun müssen solche Angebote aber auch tatsächlich her“, meint Drong, der in der Osterburger Ortschaft Rossau Bürgermeister ist.

Die neuen Bahnen sollten ursprünglich mehr als 21 000 Euro kosten. Der Verein hat mittlerweile ein günstigeres Angebot erhalten und geht nun von circa 18 000 Euro aus. Lotto-Toto müsste gut 10 000 Euro beisteuern. Der Verein bringt einen gewissen Eigenanteil auf. Einheitsgemeinde und KSB zahlen die restliche Summe. „Die Planungen sind weit vorangetrieben. Wir können ja nicht auf den Förderbescheid warten und dann wie die Feuerwehr loslegen. Und eines muss auch noch gesagt sein: Ohne den Rückenwind des KSB wären wir nicht so optimistisch.“ Drong freut sich auf eine modernisierte Sportstätte. In dem von der Stadt gepachteten Komplex habe der Verein übrigens schon jede Menge eigenes Geld gesteckt, seit 1992 einen unteren sechsstelligen Euro-Betrag.

Von Marco Hertzfeld

Kommentare