Ordentlicher Speiseraum des Gymnasiums lässt auf sich warten / Anbaukosten: 400 000 Euro

Nachschlag für die Raumcontainer

Ein Blick aus einem der gymnasialen Gebäude auf die Raumcontainer. Ungefähr 200 der mehr als 700 Schüler nehmen regelmäßig an der Schulspeisung teil. Foto: xp

Osterburg. Das Mittagessen in den Raumcontainern am Rande des Pausenhofes muss den Schülern deutlich länger schmecken als ursprünglich geplant. Von einer frei stehenden Mensa für das Markgraf-Albrecht-Gymnasium (MAG) in Osterburg ist auch keine Rede mehr.

Im Zuge einer größeren Sanierung des Schulkomplexes soll ein Multifunktionsraum entstehen. Bevor in dem Anbau das erste Essen über die Theke gehen kann, könnten annähernd zwei Jahre und mehr ins Land gehen. „Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Wir sind auf einem guten Weg, alle Beteiligten sind sehr bemüht“, betont Schulleiterin Elke Hein gegenüber der AZ. Knackpunkt des Vorhabens in der Biesestadt ist und bleibt die Finanzierung.

„Im Moment gehen wir davon aus, dass die Finanzierung über Stark  III und dem Landkreis läuft“, teilt Angela Vogel mit. Der Landkreis ist Träger des Gymnasiums und für die geplanten Bauarbeiten zuständig. Der Funktionsraum dürfte circa 400 000 Euro kosten. „Da wir noch nicht intensiv in die Planung eingestiegen sind, können wir die Kosten nur grob schätzen“, so die Landratsamts-Sprecherin auf Anfrage der AZ. Wie hoch die Ausgaben insgesamt sind, ist auch noch nicht abschließend geklärt, einige Teile des Komplexes sind bereits saniert. Der Baustart hängt maßgeblich von einem grünen Licht der Investitionsbank und der Reihenfolge der Stark-III-Projekte ab.

Der europäische Fördertopf ist begehrt, zahlreiche Landkreise und Kommunen hoffen auf Geld. „Sofern in diesem Jahr der Stichtag 30. Oktober für das Antragsverfahren gehalten werden kann, soll es noch vor Ende des Jahres beziehungsweise im Januar 2016 zu ersten Bescheiden kommen“, erläutert Rotraud Schulze, Sprecherin des Magdeburger Finanzministeriums. Das gilt zumindest für den ELER-Fonds und den ländlichen Bereich (Orte unter 10 000 Einwohner). Für den städtischen Förderbereich EFRE braucht es noch ein paar Monate mehr. Ein Grund: Der Richtlinienentwurf muss weiter nachgebessert werden.

„Die ausgewählten Projekte müssen dann noch von dem jeweiligen Bedarfsträger zur Baureife weiterentwickelt werden. Dies dürfte im Schnitt circa drei Monate dauern“, schätzt Schulze ein. Zu den Chancen des Osterburger Projektes kann und darf sich die Ministeriumssprecherin nicht äußern, da die Auswahl im Wettbewerbsverfahren erfolgt. Derzeit läuft für die Schulen und Kindertagesstätten der Demografiecheck (Stichtag 30. Juni), mit dem die Bestandsfähigkeit der Einrichtungen überprüft werden soll. Das betrifft übrigens auch die Grundschule in Flessau, die Einheitsgemeinde Osterburg will ihre Bildungsstätte möglichst über Stark  III weiter sanieren (die AZ berichtet).

Die Initiatoren des Stark-III-Programms legen den Schwerpunkt auf die energetische Sanierung. Die weitere Erneuerung des Osterburger Gymnasiums dürfte circa zwei Jahre dauern. In dieser Zeit soll auch der Essenraum errichtet werden. Der Anbau ist so ausgelegt, dass mindestens 120 Kinder dort zur gleichen Zeit Mittagbrot essen können. Vorhandene Bausubstanz wird einbezogen, was Platz und Kosten sparen soll. Der Anbau sei nicht allein für die Schulspeisung gedacht, in ihm sollen auch verschiedenste Veranstaltungen stattfinden, erläutert Landkreissprecherin Vogel.

Die Schulspeisung am MAG ist immer wieder kritisiert worden (die AZ berichtete). Der alte und viel zu kleine Essenraum der backsteinernen Bildungsstätte ist bereits verschwunden und erfüllt andere Aufgaben. Die Raummodule auf dem Hof wurden vor etwa einem Jahr in der Hoffnung auf den raschen Bau einer Mensa aufgestellt. Die ungefähr 100 Meter entfernte Musikmarkthalle der Stadt dafür auszubauen, ist ebenfalls diskutiert worden. Schüler, Eltern und Lehrer favorisieren allerdings die Schulspeisung auf dem Schulgelände. Direktorin Hein arbeitet hartnäckig an diesem Ziel. Das MAG ist das einzige Gymnasium im westelbischen Norden des Landkreises Stendal.

Von Marco Hertzfeld

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