Kripo und Ordnungsamt untersuchen Attacke auf siebenjähriges Kind

Nach Beiß-Angriff: Dem Hundehalter drohen maximal fünf Jahre Haft

Schliecksdorf. Nach der Attacke eines bissigen Hundes in Schliecksdorf bei Osterburg ermitteln jetzt die Behörden wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Am Sonntag gegen 18 Uhr war ein siebenjähriges Mädchen in dem Rossauer Ortsteil bei dem Angriff eines nicht angeleinten Mischlingshundes in den Oberschenkel gebissen worden. Das Kind war mit einer Freundin unterwegs. Das zweite zehnjährige Mädchen blieb unverletzt.

Das Ordnungsamt der Einheitsgemeinde Osterburg werde den Halter zu dem Vorfall anhören, heißt es vom Ortsbürgermeister Rossaus, Bernd Drong. Es werde auch überprüft, ob Hund oder Halter bereits vorher auffällig geworden seien, sagt Einheitsgemeinde-Bürgermeister Nico Schulz. Es werde geprüft, ob schuldhaftes Verhalten vorliege. Nach der Attacke auf das Mädchen, welches mit dem Fahrrad unterwegs war, wurde es schwer verletzt ins Seehäuser Klinikum gebracht und da versorgt. Der Hundehalter, der zum Zeitpunkt der Attacke von der Arbeit kam, habe Schlimmeres verhindert, indem er den Hund vom Kind getrennt habe, so Rossaus Ortschef Bernd Drong.

Die Siebenjährige sei unterdessen wieder Zuhause. Aus datenschutzrechtlichen Gründen kann das Krankenhaus keine weiteren Angaben machen. Allerdings sollen sich die Verletzungen nach Angaben von Bewohnern Schliecksdorfs in Grenzen halten. So zumindest die Auskunft des Rossauer Ortschefs, der im Vorfeld einer Sitzung aller Bürgermeister der Einheitsgemeinde vor Ort war, um sich zu informieren.

Nach Angaben der Polizei wird nach einer Anzeige der Mutter ein Strafverfahren eingeleitet. In den nächsten Tagen werden die Zeugen vernommen. Im Fokus weiterer Ermittlungen stehe dann, um welche genaue Rasse des Tieres es sich handele. Bei einer Verurteilung drohen dem Halter laut Sprecherin der Polizei in Stendal bis zu fünf Jahren Gefängnis oder eine Geldstrafe.

Nach der nun bereits dritten Hundeattacke auf Kinder in Sachsen-Anhalt innerhalb weniger Tage, sind die Bürger vor Ort besorgt. Erst vergangene Woche hatte ein Rottweiler eine Vierjährige im Salzlandkreis lebensgefährlich verletzt. Nach Bissen in Hals und Kopf musste sie ins Krankenhaus. Zudem war im April ein neujähriges Mädchen in Calbe (Salzlandkreis) von einem Schäferhundmischling angegriffen worden. In Rossau hat es 2006 sogar einen Todesfall nach einer Hunde-Attacke gegeben. Damals starb eine 92-Jährige durch Bisse eines Staffordshire-Terriers.

Allerdings ist 2015 die Zahl der gemeldeten Bissattacken in Sachsen-Anhalt weiter zurückgegangen. Knapp 110-mal seien Menschen oder Tiere angegriffen worden, heißt es vom Landerverwaltungsamt. 2014 waren es 130 Vorfälle, 2013 fast 200. Seit dem 1. März gilt in Sachsen-Anhalt ein neues Hundegesetz. Seitdem dürfen etwa Tiere der Rassen Pitbull, American Stafford, Staffordshire-Bullterrier und Bullterrier nicht mehr gezüchtet und gehandelt werden. Ein Haltungsverbot gibt es aber nicht.

Von Ronny Kauerhof

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare