Christdemokrat sieht deutschen Werteverfall und mögliche Flüchtlingswelle aus der Türkei

Causa Böhmermann: Minister Stahlknecht versteht keinen Spaß

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Bürgermeister Nico Schulz (l.) bringt Parteifreund Holger Stahlknecht sicher über den Zebrastreifen. Der Innenminister ist Schirmherr des Stadt- und Spargelfestes am Wochenende.

Osterburg. Im Fall Böhmermann schießt Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht auf die Unterstützer des Satirikers, sieht eine „Werteerosion in Deutschland“ und warnt vor offenen Grenzen der Türkei, die Deutschland einen Flüchtlingsstrom wie den im vergangenen Jahr bescheren könnten.

Wer das Schmähgedicht gegen Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan inhaltlich wirklich kenne und begriffen habe, könne nicht ernsthaft allein von Meinungs-, Presse- und Kunstfreiheit reden. Schließlich habe Jan Böhmermann in seiner Schmähkritik doch tatsächlich über Sex mit Tieren gesprochen, „um es einmal ganz höflich auszudrücken“, sagte der Christdemokrat gestern Abend beim „Forum Europa“ in Osterburg.

In Sachsen-Anhalt leben aktuell circa 25 000 Flüchtlinge. Seit Jahresbeginn kämen deutlich weniger Menschen aus Syrien, Afghanistan und anderen Krisenländern nach Deutschland. Allerdings könne sich das auch schnell wieder ändern. Die Türkei spiele in der Strategie der Bundesregierung eine große Rolle. „Wir sollten froh sein, dass Herr Erdogan das macht. An seinen Grenzen stehen eine Million Menschen. Wenn der verärgert ist, kommen wieder mehr zu uns“, zeigte sich Stahlknecht im Gasthaus „Zum Kanzler“ überzeugt.

Von Marco Hertzfeld

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