Marodes Bauwerk bei Meseberg wird 2017 für eine halbe Million Euro ersetzt

Land kriegt die Kurve und baut Brücke weiter südlich

Der Verkehr darf nur einspurig über die Brücke rollen. Die Fahrbahn ist eingeengt. Das mehr als 100 Jahre alte Bauwerk soll frühestens 2017 ersetzt werden. Die Landesstraße 9 ist eine wichtige Verbindung zwischen Osterburg und Meseberg und darüber hinaus.

Osterburg / Meseberg. Ein heikler Punkt im Verkehrsnetz der Einheitsgemeinde soll endlich verschwinden. Das Land will seine marode Brücke auf der Straße zwischen Osterburg und Meseberg durch einen Neubau ersetzen. Wann genau, ist noch nicht abschließend geklärt.

Frühestens 2017 soll das Vorhaben umgesetzt werden, wenn denn tatsächlich das nötige Geld zur Verfügung steht. Die Kosten belaufen sich auf schätzungsweise 520 000 Euro. „Die Straßenentwurfsunterlagen befinden sich kurz vor der Fertigstellung“, informiert Peter Mennicke, Sprecher des Magdeburger Bauministeriums.

Die neue Querung des Gewässers wird weiter südlich errichtet, die Fahrbahn auf einer Länge von annähernd 270 Metern anders als bislang geführt. Was Fachleute „Krümmenverbesserung“ und „Verbesserung der Trassierung“ nennen, soll nicht zuletzt einer größeren Verkehrssicherheit dienen. Die Überführung ist seit Mai 2011 eingeengt, der Verkehr der L  9 darf nur einspurig hinüberrollen. Mennicke: „Der Zustand des Bauwerkes hat sich in den zurückliegenden Jahren erheblich verschlechtert.“

In das Gewölbe der Brücke aus dem Jahre 1909 ist Wasser eingedrungen, sodass die Ziegel entsprechend geschädigt wurden. Sie weisen nicht mehr die ursprüngliche Festigkeit auf. „Im Rahmen einer Besichtigung wurden zusätzlich Verdrückungen im Gewölbe festgestellt“, erklärt Mennicke auf Anfrage der AZ. Der Zustand des Bauwerks habe sich also tatsächlich rapide verschlechtert. In absehbarer Zeit bestehe Handlungsbedarf. Eine Instandsetzung komme allerdings nicht mehr in Betracht.

„Sowohl aus hydraulischer als auch ökologischer Sicht kann das Bauwerk als Einfeldbauwerk mit einer lichten Weite von circa dreieinhalb Metern neu errichtet werden.“ Zu weiteren technischen Details lassen sich laut Mennicke derzeit noch keine Aussagen machen. In Kürze sollen die baugrundtechnischen Untersuchungen in Auftrag gegeben werden. Vorplanung und Entwurfsplanung für das Bauwerk schließen sich an. Das ganz normale Prozedere eben.

Die Landesstraße 9 stellt eine wichtige Ost-West-Verbindung im Norden Sachsen-Anhalts dar. Die L 9 ist ähnlich wie die L 14 ein Zubringer für das Zellstoffwerk bei Arneburg. „Des Weiteren ist die Strecke geprägt durch saisonal bedingtes hohes landwirtschaftliches Verkehrsaufkommen“, weiß der Sprecher des Ministeriums in Magdeburg. Wer den Streckenabschnitt umfahren will, müsse ob des dünnen Straßennetzes im Norden Sachsen-Anhalts relativ weite Wege in Kauf nehmen.

Weil die mehr als 100 Jahre alte Ziegelgewölbebrücke durch ein Bauwerk an anderer Stelle ersetzt wird, sei nicht mit großartigen Einschränkungen des Verkehrs zu rechnen. So sehen es zumindest die derzeitigen Planungen vor. Mennicke weiter: „Lediglich für das Herstellen der Anschlussbereiche im Streckenbau ist eine Vollsperrung unumgänglich.“

Von Marco Hertzfeld

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