Museum würdigt Osterburger Heimatmaler mit Ausstellung im nächsten Jahr

Kriegstagebuch bereichert Ferdinand-Till-Sammlung

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Das Tagebuch umfasst auch Aufnahmen aus der Zeit. Ferdinand Till kam nach dem Krieg in die Altmark, lebte in Seehausen, arbeitete dort und in Osterburg als Kunsterzieher an Schulen.

Osterburg. Dieses Buch trägt Geschichte in sich. Ferdinand Till schildert seine Erlebnisse im Kriegssommer 1942. Auf einer der ersten Seiten steht handschriftlich: „Tagebuch von der Ostfahrt als Kriegsmaler des RAD“.

Die drei Großbuchstaben dürften für „Reichsarbeitsdienst“ stehen. Frank Hoche, der Leiter des Kreismuseums, ist gerade dabei, sich einen genauen Überblick zu verschaffen. „Es kommen immer noch neue Stücke hinzu, die Sammlung wächst und wächst. “ Der bekannte Maler, Lehrer und Denkmalpfleger Till lebte von 1945 bis 1957 in der östlichen Altmark. Sein Todestag jährt sich 2016 zum 55. Mal, wahrscheinlich im März wird es eine Ausstellung in Osterburg geben.

Bereits zum vierten Mal nach der politischen Wende wird das Leben und Schaffen des Heimatmalers im besonderen Fokus des Museums stehen. Till fesselt die Menschen, auch viele Jahrzehnte nach seinem Tod. Ein überraschender Fund auf einem Dachboden in Frankfurt/Main hatte zur Sonderausstellung 2011 geführt. Im Herbst 2009 fand die Familie Lutz-Saal in einem alten Koffer und in Kartons den Nachlass des Künstlers. Darunter 150 bis dahin unbekannte Zeichnungen und Aquarelle, Fotos und persönliche Dokumente. Von diesem Dachboden stamme auch das Kriegstagebuch, das jetzt dem Museum überlassen worden sei. Hoche: „Es gibt viel Neues zu zeigen.“

Die Künstler Hannelore Stoll und Klaus-Joachim Kuhs werden sich für die Ausstellung auf Spurensuche begeben und Tills Motive sozusagen aus heutigem Blickwinkel darstellen.

Von Marco Hertzfeld

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