Restauration der Buchholzorgel kostet bis Sommer 2016 mehr als 400 000 Euro

Königin der Instrumente ziert sich und mag es teurer

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Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren: Weitere Teile des Großinstruments aus der Nicolaikirche in Osterburg gehen auf Reisen. Ein sächsischer Handwerker zeigt eine der Pfeifen.

Osterburg. „Damit konnte wirklich keiner rechnen. “ Die Restaurierung der berühmten Osterburger Buchholzorgel dauert länger als geplant und kostet deutlich mehr Geld.

Friedemann Lessing, Kreiskantor und stellvertretender Vorsitzender des Orgel-Fördervereins, geht momentan von mindestens 400 000 Euro aus. Das wären noch einmal über 80 000 Euro mehr, als zu Beginn der Arbeiten vor etwa fünf Jahren angenommen. „Es ist wesentlich mehr Arbeit auf den Orgelbauer zugekommen. Es sind Dinge passiert, die man ihm nicht zur Last legen kann. Es ist wie bei der Sanierung eines Hauses, manches ist erst zu sehen, wenn anderes weggeräumt ist. Es tun sich immer neue Baustellen auf. “ Allein schon der Zustand der Windlade sei eine Herausforderung für sich.

Die Restaurierung der Königin der Instrumente sei von Anfang an eine Herkulesaufgabe. Förderverein und Kirchengemeinde sind auf Unterstützung angewiesen. Bislang wurden 256 000 Euro verbaut. 2015 fließt ein Betrag im oberen fünfstelligen Bereich in das Projekt. Für die restlichen Arbeiten der sächsischen Orgelbauer im kommenden Jahr sei die Finanzierung noch nicht in trockenen Tüchern. Es geht dabei nicht zuletzt um das Oberwerk. Mehr als 80 000 Euro sind nötig. Lessing und Mitstreiter hoffen auf Spender und Sponsoren, Stiftungen und andere Geldgeber. Auch der Zeitplan ist gehörig durcheinandergeraten. Für den 4. Oktober ist zumindest eine „kleine Einweihung“ geplant. „Gespielt wird mit dem, was schon da ist.“ Vollständig zusammengesetzt und gestimmt dürfte die Buchholzorgel in der Nicolaikirche im August 2016 sein. „Das ist das Ziel.“

Osterburgs Großinstrument aus dem Jahre 1825 ist eine der wenigen erhaltenen Buchholzorgeln in Sachsen-Anhalt. „Es ist das kulturhistorisch wertvollste Stück, das wir in Osterburg haben. Im Museum findet sich nichts Wertvolleres“, ist sich Lessing im Gespräch mit der AZ sicher. Für den Sommer nächsten Jahres sei übrigens eine sogenannte „Orgelarena“ geplant. Interessierte werden mit dem Bus unterwegs sein und binnen einer Woche an die 30 Orgeln in der Altmark besuchen. Dass die Buchholzorgel Teil des Programms sein wird, will Lessing noch nicht garantieren.

Von Marco Hertzfeld

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