Evangelischer Kindergarten wählt aus zahlreichen Vorschlägen / Förderverein fehlt in neuer Ära

Kleine Engel nicht mehr namenlos

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Beim 124. Jahresfest sind die ersten Namensvorschläge eingesammelt worden. Das Stelldichein fand unter dem Motto „Arche Noah“ statt. Dafür war sogar eine Arche im Miniaturformat angefertigt worden. Jung und Alt hatten ihren Spaß und fiebern nun der Entscheidung entgegen. Nach mehr als einem Jahrhundert soll die christliche Einrichtung einen richtigen Namen erhalten.

Osterburg. Etwas Neues kommt hinzu, anderes ist erst einmal verloren. 124 Jahre ist der evangelische Kindergarten in Osterburg ohne einen Namen ausgekommen. Womöglich noch im Juni wird sich das geändert haben. In dieser Woche können letzte Vorschläge gemacht werden.

Gemeindekirchenrat und Eltern treffen eine gewisse Vorauswahl. Dann werden Wahlscheine gefertigt. „Und allein die Kinder haben das letzte Wort“, betont Anne Schlase, die neue Leiterin der Tagesstätte an der Bismarker Straße. Der Förderverein kann die Einrichtung bei diesem Prozess nicht begleiten, er hat sich aufgelöst. Sein Name „Kleine Engel“ könnte auf die Kita übergehen, eine von vermutlich vielen Möglichkeiten.

Schlase bedauert das Ende des Fördervereins und glaubt an eine baldige Renaissance. „Mir wurde gesagt, dass er sich wegen Nachwuchsmangels und der geringen Anzahl an aktiven Mitgliedern in der Hoffnung aufgelöst hat, er werde schnell vermisst und gründe sich deutlich stärker neu.“ Die Kita-Chefin macht aus ihrem Herzen keine Mördergrube und fügt gegenüber der AZ hinzu: „Wir brauchen einen Förderverein, mit einer solchen Organisation im Rücken lässt sich einfach mehr bewegen.“ Unabhängig davon sei die christliche Einrichtung aber gut in der Gemeinde verankert, was sich auch beim Jahresfest (die AZ berichtete) eindrucksvoll gezeigt habe.

Und so dürften sich auch viele Osterburger dafür interessieren, wie die Tagesstätte denn nun heißen soll. „Streng genommen haben wir ja einen Namen, man kennt uns unter der Bezeichnung evangelischer Kindergarten. Nun soll ein Zusatz her, das passt schon.“ Der Wunsch nach einem richtigen Namen sei vor allem von außen an die Verantwortlichen herangetragen worden. Eltern aktueller und ehemaliger Schützlinge, von denen einige selbst als Kind die Einrichtung besucht haben, und bloße Mitglieder des Gemeindekirchenrates wünschten sich einen „möglichst kurzen, griffigen Namen.“ Ein kreativer Prozess, in denen die Kinder möglichst den Ton angeben sollen. „Wir sind ein Haus des Kindes.“ Wie sich die Mädchen und Jungen mit den Vorschlägen befassen sollen, ob in Gruppen oder einzeln, ist noch nicht ganz raus. Am Ende wird abgestimmt. Schlase: „Wir sind gespannt.“

Von Marco Hertzfeld

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