Stafette der Ponyfreunde führt von Berlin über Osterburg nach Dänemark

Isländer lässt Leckermaul für ein Eis aus dem Sattel

Da steht ein Pferd auf dem Bürgersteig. Nach einer Staffelstabübergabe in Büttnershof machen die Stafettenreiter Station in Osterburg. Dass es beim Bäcker auch Eis gibt, lässt Reiter und Pferde erwartungsfroh von der Breiten Straße aus durch das Verkaufsfenster schauen.

Osterburg. Nun ist es ja nicht so, dass Cornelia Albrecht und Kollegen noch nie ein Pferd gesehen haben, schließlich ist gerade der Norden des Landkreises Stendal Reiterland.

Als jedoch ein gutes halbes Dutzend Islandponys an der Breiten Straße, Osterburgs Flaniermeile, stoppt und die Reiter Eis kaufen, sorgt das schon für einiges Aufsehen in und vor dem Geschäft. Die Tiere dürfen an der süßen Erfrischung schnuppern und an einer extra Waffel knabbern. „Ihr allerliebste Speise wird das wohl aber nicht. Sie bevorzugen eben doch Möhren, Äpfel und frisches Gras“, sagt Reiterin Sylvia Brancato amüsiert.

Die muntere Gruppe ist Teil einer Stafette des Islandpferde-Reiter- und Züchterverbandes Deutschland (IPZV). Seit den 80er-Jahren sei es gute Tradition, den WM-Staffelstab auf den Rücken der Pferde von Austragungsort zu Austragungsort zu tragen, erklärt die 34-Jährige. 2013 fand das Stelldichein der Isländerfreunde in Berlin statt, zwei Jahre später ist nun Herning in Dänemark Treffpunkt. Der Stafettenritt startete am 19. Juni am Brandenburger Tor in Berlin und soll pünktlich zur WM Anfang August enden. Kein Pferd und auch kein Reiter ist die gesamten mindestens 500 Kilometer dabei. Brancato hat die Strecke innerhalb Sachsen-Anhalts geplant. Nach einer Übernachtung in Krumke sollte es Richtung Arendsee und dann weiter ins niedersächsische Wendland gehen.

Für die gebürtige Quedlinburgerin, die lange Zeit in Magdeburg lebte, nun in Helmstedt wohnt und mit einem Italiener verheiratet ist, bedeutet der Staffelritt vor allem eines: Spaß. „Aber natürlich wollen wir auch für diese wunderbaren Pferdchen werben. Gerade in Sachsen-Anhalt kommen sie noch nicht sonderlich oft vor. Die Großpferde dominieren.“ Der Preis spiele dabei wohl auch eine Rolle, Isländer seien für ihre Größe nun einmal relativ teuer. „Aber schließlich hat diese Rasse ja auch zwei Gänge mehr.“ Neben Schritt, Trab und Galopp beherrschen viele dieser Tiere Tölt und Pass.

Die Islandpferde und Island haben es Brancato angetan. Sie hat zwei Jahre lang auf der Insel gelebt, studiert und das Leben auf einer Farm kennengelernt. Für sie spiegelt sich das Land ein Stück weit in den Ponys wider. „Sie sind robust, angenehm und vielseitig einsetzbar.“ Wer den Stafettenritt weiter verfolgen will, kann dies im Internet tun. Die Teilnehmer informieren auf ipzv.de über ihre weiteren Erlebnisse.

Von Marco Hertzfeld

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