Landkreis warnt: Riesen-Bärenklau auf dem Vormarsch / Standorte melden

„Herkules“ zeigt Muskeln: Giftpflanze im Zehrental

+
Vorhut: Eine einzelne Pflanze bei Lindenberg.

Lindenberg. Fast kerzengerade reckt sich der giftige Invasor nahe Lindenberg der Sonne entgegen und überragt dabei alle anderen Pflanzen um Längen. Noch steht er mutterseelenallein am Wasser, in wenigen Jahren könnte das anders sein, wenn niemand eingreift.

Der Riesen-Bärenklau ist im Landkreis auf dem Vormarsch. „Es gibt Fundstellen am Zehrengraben, am Tanger und an der Elbe“, informiert Angela Vogel. Der auch Herkules-Kraut genannte Einwanderer kann dem Menschen gefährlich werden, verdrängt einheimische Pflanzen und bedroht die Ufersicherheit, da er kaum Feinwurzeln ausbildet. „Eine Bekämpfung ist dringend erforderlich“, betont die Kreissprecherin gegenüber der AZ.

Hautkontakt sei unbedingt zu vermeiden. „Die Giftigkeit besteht in der fototoxischen Wirkung des Saftes, der in Verbindung mit Sonnenlicht giftig ist.“ Der Kontakt mit dem Saft könne zur sogenannten „bullösen Wiesendermatitis“ führen: Rötung der Haut, Schwellungen, Blasenbildung, verstärkte Pigmentation bis hin zu Verbrennungen zweiten oder dritten Grades. „Es besteht darüber hinaus sogar der Verdacht einer krebserregenden und genverändernden Wirkung“, so Vogel. Pflanzensaft, der auf die Haut gelangt, müsse sofort mit Wasser abgewaschen werden.

Die Pflanze ist eigentlich im Kaukasus heimisch und wurde von dort Mitte des 19. Jahrhunderts nach Europa eingeführt. Die imposante zwei- bis mehrjährige Pflanze, die mehr als drei Meter hoch werden kann, ist ursprünglich als auffallende Solitärpflanze in botanischen Gärten kultiviert worden. „Von Imkern wird die Pflanze gerne zur Bienenweide angebaut und gelangte unter anderem dadurch in die freie Landschaft“, so Vogel. Eine einzige Pflanze könne mehr als 100 000 Samen ausbilden, die bis zu sieben Jahre lang keimfähig blieben.

Wer einen oder gleich mehrere Einwanderer entdeckt hat, kann dies dem Landkreis oder der Neophyten-Erfassungsstelle unter www.korina.info melden. Für konzertierte Bekämpfungsaktionen sei das Landesverwaltungsamt zuständig. Im Kampf gegen den Riesen-Bärenklau sei jeder Hautkontakt unbedingt zu vermeiden, betont Kreissprecherin Vogel noch einmal. Werkzeuge müssten nach Gebrauch gründlich gereinigt werden. Insbesondere Blüten und Samen sollten am besten sofort verbrannt werden. Weitere Informationen haben die zuständigen Behörden.

Von Marco Hertzfeld

Kommentare