Baureferent will in Walsleben Denkmalschutz überzeugen

Ein heißer Sommer bis zur Winterkirche

Ein Blick in das Gotteshaus: Die Winterkirche soll ein Stück weit größer werden als der Bereich unter der Empore. Handwerker müssen an die Decke ran. Die Orgel ist dabei im Weg. Fotos: Hertzfeld

Walsleben. „Man muss bei einem derart alten Gemäuer auf alles gefasst sein. “ Für Kirchenbaureferent Marco Schönhoff ist die geplante Winterkirche im Walslebener Gotteshaus, Ende des 12. Jahrhunderts errichtet, durchaus eine Herausforderung.

Wenn alle Hürden wie erhofft genommen werden, ist im Spätsommer oder Herbst Baustart. Der separate, beheizbare Raum soll nicht nur in der kalten Jahreszeit Herz des Kirchspiels sein, das auch Calberwisch, Hindenburg, Rohrbeck und Schwarzholz umfasst. Die Kosten liegen voraussichtlich im fünfstelligen Euro-Bereich. Der Mitarbeiter des Kirchenkreises Stendal kann auf böse Überraschungen beim Bau und damit höhere Ausgaben gut verzichten.

Die religiöse Gemeinde steht hinter dem Vorhaben, ja die Initiative sei von ihr ausgegangen. Pfarrer Jens Hödisch spricht gegenüber der AZ sogar von einer Herzensangelegenheit. Die Winterkirche soll zum Zentrum für Walsleben und Umgebung werden. Das Pfarrhaus in der Osterburger Ortschaft steht nach dem Verkauf nicht mehr zur Verfügung. „Und wir brauchen nun einmal einen vernünftigen und auch gut gestalteten Raum.“ So lasse sich für das Kirchspiel vielleicht auch wieder eine größere Jugendgruppe aufbauen.

Die Planungen befinden sich in der entscheidenden Phase. Die landkreisliche Denkmalschutzbehörde wird sagen, was möglich ist und was nicht. Die Winterkirche soll in den Eingangsbereich gesetzt werden, dafür muss die Empore angehoben werden. Die Einschätzung eines Orgelsachverständigen steht noch aus. Das Großinstrument soll demontiert und zumindest zeitweise eingelagert werden (die AZ berichtete). Für den Bau selbst sieht Schönhoff in der vorgesehenen Glaswand die größte Herausforderung. „Alles andere ist recht übersichtlich – eigentlich.“ Geplant sind auch Toiletten und eine kleine Küche.

Von Marco Hertzfeld

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