25. Auflage der Pferdetage in Krumke / Hohes Niveau an drei Tagen

Pferdeschau der Superlative

+
Eselstute Uschi ist zwölf Jahre alt. Leonie Weihrauch ist ihre beste Freundin. Uschi gehört Constantin Bilang aus Krumke.

Krumke. Eine Pferdeschau der Superlative erlebten die Besucher des Galaabends im Reitsportzentrum Krumke. Historische Bilder von Erntedank und bäuerlicher Tradition gemischt mit Schaubildern aus Pferdezucht und -sport zogen die Zuschauer in ihren Bann.

Der Vorsitzende des Reit-Fahr- und Tourismusvereins Krumke, Dr. Frank Jürgen Klakow, konnte eine bis auf den letzten Stehplatz gefüllte Halle verzeichnen. Mit dem Symbol des Erntedanks, der Erntekrone, wurde eine mit 17 Schaubildern gefüllte vierstündige Schau zelebriert, die mit ihren magischen als auch sportlichen Höhepunkten das Highlight des Jahres war.

Ältester Hengst: Kaiserwind mit Dr. Andreas Lange.

Klakow ließ in seiner Begrüßungsrede 25 Jahre EU-Besamungsstation Krumke Revue passieren. Das Krumker Reitsportzentrum hat eine rasante Entwicklung genommen. „Heute reiten hier 650 Jugendliche und Kinder,“ berichtete er. Der Vorsitzende des Pferdezuchtverbandes von Sachsen-Anhalt, Wolfgang Jung, brachte in seinen Grußworten aber auch schlechte Nachrichten mit: „Das Landgestüt in Prussendorf soll geschlossen werden. Das Land wird keine finanziellen Mittel mehr bereitstellen.“ Die Betroffenheit über diese Mitteilung war sofort spürbar, traf sie die vielen Pferdefreunde doch plötzlich und unvorbereitet.

Durch die Klänge des brillanten Fanfarenzuges und den folgenden Schaubildern von Erntewagen und bunt geschmückten Landmenschen wechselte diese Stimmung rasch wieder zur Fröhlichkeit und Begeisterung.

Als Moderatoren führten gekonnt Adda Boe und Dr. Jürgen Müller durch das Programm, das nach dem Aufhängen der Erntekrone in der Reithalle volle Fahrt aufnahm. Drei Prussendorfer Kaltbluthengste, Edward, Dömitz und Nestor zeigten geritten und gefahren eine Dressur nach Musik im Vierertakt. In Tandemanspannung folgten Pferde der Rasse Tinker, die gekonnt vorgestellt wurden. Die international erfolgreichen Krumker Voltigierer krönten diese Schau mit brillanten sportlichen Übungen. Nachwuchsvoltigierer als auch die Wettkampfgruppe mit Marion Schulze an der Longe begeisterten. „Tolle Leistung!“, kommentierte Jürgen Müller. „50 Prozent der Voltigierer sind unter 20 Jahre alt.“

Nach einer beeindruckenden Freiheitsdressur von vier Pferden, fand das große Finale der Krumker Zweispänner statt. Die Lokalmatadoren gaben mit ihren Ponys „Vollgas“ in der Halle. „Heiße Stimmung hier,“ kommentierte der Sprecher.

Mit einem ruhigen und sehr beeindruckenden Junghengst „Be my Hero“, einem Sohn des Belantis, zeigte anschließend Friederike Maas das große Talent diesen jungen Schimmelhengstes. Die „Drachenreiter“ hieß das folgende Schaubild. Bei abgedunkelter Halle glitzerten die Drachenkostüme der Krumker Dressurquadrillenreiter magisch. Auch die Voltigiergruppe zauberte bei dunkler Halle und Lichteffekten Illusionen. Das kam beim Publikum an.

Sportlich ging es weiter: Mit einem kleinen Parcour für höchste Ansprüche baute Heiko Brehmer sechs Hindernisse auf. Mit sieben Sprüngen ging es um Fehler und Zeit. Hengste aus Prussendorf, Neustadt/Dosse und Beuster waren am Start. Ältester teilnehmender Hengst war Kaiserwind mit seinem Reiter Dr. Andreas Lange. Das Paar schaffte es ins Stechen und konnte sensationell mit der schnellsten Zeit den Sieg erringen. Da strahlten der Züchter und Besitzer Dieter Mäckelburg aus Beuster genauso wie der Reiter, denn die Schnelligkeit dieses 19-jährigen Schimmels gepaart mit einer Leichtigkeit und Wendigkeit waren der Hingucker schlechthin.

In einer würdigen Zeremonie wurde dieser schicke Schimmelhengst anschließend aus dem großen Sport verabschiedet. Mit einer Lebensleistung von 50 Platzierungen in der Klasse S hat er große Erfolge gehabt. Auch die Zuchtbilanz ist beeindruckend. Sein Züchter und Besitzer Dieter Mäckelburg ist stolz auf diesen Hengst. „Er wird weiter als Zuchthengst zur Verfügung stehen“, sagte er. „Was wäre das Leben ohne das tolle Lebewesen Pferd“, kommentierte Dr. Jürgen Müller die Schau.

Mit einer rasanten Voltigierschau zeigten die Akrobaten der Tra-Voltas tolle Künste und brachten die Halle zum Kochen. Zum 25. Mal wurden die dreitägigen Krumker Pferdetage mit einem bewegenden und begeisternden Schauabend eingeläutet.

Von Nora Driesch

Kommentare