Die Ökokoalition: CDU-Mann Schulz springt im Dienstwagenzoff bündnisgrüner Ministerin bei

Hansestadt Osterburg spart aufs Elektroauto

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In einigen Bundesländern wie Bayern und Sachsen steht sogar schon die Polizei unter Strom. Auch in Stadtverwaltungen kommt Bewegung, so fahren Mitarbeiter in Halle Elektroauto.

Osterburg. Er sei kein Fan der Bündnisgrünen, beteuert CDU-Mann Nico Schulz. In Zeiten einer Kenia-Koalition in Magdeburg aber auch kein Gegner, scheint es. Der Osterburger Bürgermeister und frühere Landtagsabgeordnete springt im Dienstwagenzoff Claudia Dalbert bei.

Eine grüne Umweltministerin dürfe sehr wohl frei entscheiden, in welchen Pkw sie steige und so auch für ihre umweltpolitischen Ziele werben. „Wenn sie einen Hybrid, der mit Benzin- und Elektromotor fährt, haben will, sollte das niemand verhindern können. “ Für die Einheitsgemeinde Osterburg könnte über kurz oder lang sogar ein reines Elektroauto unterwegs sein.

Osterburgs Bürgermeister hat keinen eigenen Dienstwagen. Für die gesamte Verwaltung stehe ein einziger Pkw zur Verfügung, ein VW Golf Variant. Ist dieser bereits unterwegs, müssen andere Mitarbeiter den privaten Pkw oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen und die Reisekosten auch da abrechnen. „Wenn die Infrastruktur sich weiterentwickelt hat, und das kann schnell gehen, könnte die Gemeinde auf ein Elektroauto umsteigen. Momentan ist die Reichweite solcher Wagen noch zu gering, gerade für den ländlichen Raum. Es fehlt an Ladestationen. Und dennoch geht der Trend dorthin, vor allem für Pendler wird das Elektroauto immer interessanter“, ist sich der Christdemokrat sicher.

Bündnisgrüne Dalbert will Medienberichten zufolge vom 7er BMW ihres Vorgängers, Hermann Onko Aeikens (CDU), zum Audi A3 e-tron wechseln. Ein Spitzenbeamter aus ihrem eigenen Ministerium und für den Fuhrpark verantwortlich findet die Idee gar nicht gut: Reichweite zu gering, für viel reisende Politiker ungeeignet, nicht gerade billig (mehr als 35 000 Euro), spart als Hybrid kaum Abgase. Dass es zwischen Ministerin und ihrem Kritiker gekracht haben soll, will das einstige Landtagsmitglied Schulz gern glauben. „Es darf nicht sein, dass die Macht der Behörden und die deutsche Bürokratie politische Entscheidungen beeinflussen, schließlich möchte die grüne Ministerin auch ein Zeichen zum Umdenken setzen.“

Schulz steht der deutschen Energiewende durchaus positiv gegenüber. Der CDU-Mann hat die Energiewerke Osterburg federführend aus der Taufe gehoben. 2017 will die Kommune mit einem Partner drei Windräder errichten lassen. Der 43-Jährige will an dem Projekt unbedingt auch Bürger beteiligt sehen. Zudem werde die Stadt nicht nur Pacht einnehmen, zwei Räder stehen auf kommunalem Boden, sondern auch vom Erlös profitieren.

Von Marco Hertzfeld

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