Nach heftiger Kritik kündigt der Bürgermeister ein Konzept für die Pflege öffentlicher Anlagen an

Dem grünen Daumen in Osterburg fehlt die Kraft

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Mitunter gehört auch das zu den Aufgaben: Das Team um Stadtgärtner Ulf Garlipp befreit den Teich in Dobbrun von übermäßigem Bewuchs, Schlamm und Abfall. Das Gewässer sollte sich regenerieren, die Grünzone am Ufer lichter neu ausrichten. 

Osterburg. Nachdem die Grünpflege Mitgliedern des Os- terburger Ortschaftsrates die Zornesröte ins Gesicht getrieben hat, kündigt Nico Schulz gegenüber der AZ Veränderungen an.

„Wir werden dem Stadtrat, also allen politischen Vertretern der Einheitsgemeinde, noch in diesem Jahr einen neuen Weg vorschlagen. Wie dieser aussehen wird, kann ich momentan aber noch nicht sagen. “ Nur so viel: Leichter werde die Pflege öffentlicher Anlage in den elf Ortschaften nicht. „Wir haben schon jetzt einfach zu wenige finanzielle Mittel und Mitarbeiter, um diese Aufgabe in einem Umfang zu erledigen, wie es noch vor Jahren möglich war“, wirbt der Bürgermeister um Verständnis.

Die Grünpflege kostet die Einheitsgemeinde derzeit jährlich circa 450 000 Euro. „Das sind allerdings nur die laufenden Kosten für Personal, Sprit, Material und so weiter. Brauchen wir beispielsweise einen neuen Rasenmäher oder Ähnliches, kommt das natürlich alles noch dazu.“ Da es künftig vermutlich noch weniger geförderte Maßnahmen geben werde, dürfte der ureigene Anteil der Gemeinde an den Gesamtausgaben größer werden. „Das Geld reicht hinten und vorne nicht“, so der Bürgermeister einer schon fast chronisch klammen Kommune.

Mitarbeiter der Verwaltung erfassen alle Flächen der Grünpflege, stellen Text und Bild dazu. „Das ist eine regelrechte Sisyphusarbeit. Und ganz abgeschlossen ist sie auch noch nicht.“ Genaueres soll schon bald öffentlich vorgestellt werden. Einen detaillierten Überblick der Personalstruktur stellt Schulz auch in Aussicht. Der Großteil der Grünpflege der Einheitsgemeinde ist an die Stadtwerke Osterburg, ein Unternehmen mit kommunaler Beteiligung, vergeben. Den immer noch beachtlichen Rest erledigen eigene Kräfte, nicht zuletzt die Gemeindearbeiter sowie Stadtgärtner Ulf Garlipp und seine Leute. „Herr Garlipp ist ein engagierter fachkundiger Mann. Wir sind froh, ihn zu haben. Das muss man ja auch einmal sagen dürfen.“

Aus dem Osterburger Ortschaftsrat kommen Tadel, öffentliche Grünanlagen seien unzureichend gepflegt. Allen voran Wolfgang Tramp und Hagen Portele (beide Linke) fordern ein Konzept, das diesen Namen auch verdiene. Vor einigen Monaten hatte es bereits Kritik vor allem aus den kleineren Ortschaften gehagelt.

Von Marco Hertzfeld

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