Schüler und Ortschef basteln an einem besonderen Wegweiser

Die große weite Welt im Herzen der Stadt

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So ähnlich könnte der Weltwegweiser in Osterburg aussehen. Dieses Exemplar steht im niedersächsischen Volkersheim.

Osterburg. „Das wird sicherlich ein echter Hingucker mit einem richtig großen Aha-Effekt. Und man lernt noch etwas dabei. Das ist Osterburg, so soll es sein.“

Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose will seine Idee eines ganz besonderen Wegweisers in der Stadt mit dem Markgraf-Albrecht-Gymnasium (MAG) umsetzen. „Der Nord- und der Südpol sollten auf jeden Fall dabei sein. Und dazu noch ungefähr zehn ausgewählte Städte. “ Der CDU-Mann denkt dabei nicht zuletzt an Wielun, Osterburgs polnische Partnerstadt, und Brüssel, ein Zentrum der Europäischen Union. Auch die Entfernung zu Mega-Städten wie New York, Tokio, London oder auch Moskau sollte möglichst genau in Kilometer angegeben sein. Und natürlich möge die Richtung angezeigt werden.

„Wenn man mit Schülern redet, wissen die meisten vielleicht noch, wo Norden und wo Süden ist. Bei den Städten wird es dann in der Regel schon schwierig. Und sicherlich geht es vielen Erwachsenen auch nicht anders.“ Sich richtig zu orientieren, sei so einfach eben nicht. Kaum einer habe so etwas wie einen inneren Kompass. Die Idee eines Wegweisers mit quasi globaler Dimension sei bei Elke Hein, der Leiterin des MAG, gut angekommen. „Nach den Winterferien wollen wir nun konkreter werden. Ein Geografielehrer und seine Schüler wären natürlich der beste Kooperationspartner“, so Gose im Gespräch mit der AZ.

Der Ortschaftsrat trage die Initiative mit. Mit sonderlich hohen Ausgaben rechnet der Ortsbürgermeister nicht. Wie genau der Wegweiser aussehen soll und wo er aufgestellt wird, ist noch offen. Gose wünscht sich einen möglichst zentralen Standort, vielleicht auf dem August-Hilliges-Platz nach dessen Sanierung oder irgendwo ganz in der Nähe. Denkbar sei auch der Große Markt, praktisch in der Nachbarschaft des Gymnasiums. „Dann haben ihn die jungen Leute auf ihrem Schulweg täglich vor Augen.“ Der Ortschef glaubt, dass ein solcher Richtungs- und Entfernungsmelder auch den Gästen der Stadt gefällt. „Touristen haben für so etwas immer ein Auge.“

Wenn auch zwei, drei Städte, mit denen niemand unbedingt rechnen kann, genannt werden, würde das den Ortsbürgermeister freuen. Gose hat ein Faible für Geschichte und insbesondere für deutsche Kolonialgeschichte. Windhuk und Lüderitz sind zwei Orte in Namibia, auf dessen Gebiet sich einst Deutsch-Südwestafrika befand. „Es gehört zu unserer Geschichte. Und ein Lüderitz haben wir ja im Landkreis Stendal auch“, meint Gose und schmunzelt.

Dass ein Osterburger den Wegweiser vielleicht gänzlich falsch verstehen könnte und auf die Idee kommt, die Stadt zu verlassen und sich in der Welt rumzutreiben, daran glaubt der Ortsbürgermeister nicht. „Die Leute können sich ja die Welt anschauen, doch sollten sie dann auch wieder in Richtung Heimat fahren“, sagt Gose und lacht herzhaft.

Von Marco Hertzfeld

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