Marcus Graubner kritisiert respektlosen Umgang

„Geisteskranke“ im Schwimmbad verboten

kah Tangerhütte/Stendal. Der Chef des Allgemeinen Behindertenverband für Stendal und Umgebung, Marcus Graubner, hat Badeordnungen, die Menschen mit Behinderungen vom Badebetrieb einschränken, scharf kritisiert.

Als Stadtrat soll er demnächst eine neue Badeordnung der Stadt Tangerhütte absegnen, die ihm in diesem Punkt nicht passt, und auch Punkte in der Badeordnung im Stendaler „AltOa“ seien unvereinbar mit dem modernen Umgang mit Menschen mit Behinderungen.

Marcus Graubner kritisiert juristische Schranken.

Beide Verordnungen schreiben fest, dass Menschen mit geistigen Behinderungen eine Begleitperson brauchen. In Tangerhütte sollen Menschen mit „anstoßerregenden Krankheiten“ draußen bleiben, im „Alt-Oa“ sind „Geisteskranke“ nicht zugelassen. Für Graubner ist speziell letzteres eine Wortwahl aus dem vergangenen Jahrhundert. Außerdem meint er, dass Menschen mit bestimmten Krankheiten oder Behinderungen eigenverantwortlich mit ihrem Körper umgehen können – sie aber juristisch einzuschränken oder gar auszuschließen, und das auch per Verordnung festzuschreiben, hält er für nicht mehr zeitgemäß: „Wir sind in Deutschland weiter, was einen Konsens angeht“, meint er.

Die Gesellschaft müsse reif genug sein, mit der eigenen Behinderung oder Krankheit oder auch mit dem Umgang mit einem Behinderten umzugehen.

Zum Punkt des Begriffs „Geisteskranke“ ist schon gestern vom AltOa erklärt worden, dass in der Badeordnung sprachlich nachgebessert werde.

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