Eine gesunde Konkurrenz: Gladigauer Team macht beim kultigen Landsportfest das Rennen

Gastgeber gewinnen Dorfstafette

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Norbert Hannemann (v.l.), René Emanuel und Matthias Müller sind die Startläufer. Bernd Hergenröther hat das Kommando gegeben. Nach der Stafette rund um Gladigau beginnen Fußball- und Volleyballspiele. Der Sport wird an diesem Tag besonders großgeschrieben.

Gladigau. „Ich bin nicht nur Zuschauer“, stellt Tim gleich am Anfang des Interviews klar. Der Siebenjährige wohnt eigentlich nahe Hamburg und besucht die Großeltern.

Als Hansjoachim Henning, Vorsitzender des Sportvereins Blau-Weiß, die Teilnehmer über das Mikrofon an die insgesamt 17 Stationen bittet, wirkt der Junge dann doch leicht nervös. „Mein Papa wird im Kanu fahren und ich laufe ein Teilstück“, ruft der Nachwuchsfußballer noch schnell der AZ zu und verschwindet. Sportbegeisterte aus Gladigau und Nachbarorten sowie ehemalige Altmärker, die ihre alte Heimat und die Familie wiedersehen wollen, nehmen an der Stafette des 62. Landsportfestes teil. Am Ende werden die Gastgeber gewinnen, gefolgt von einer Mannschaft aus Rönnebeck, Flessau und anderen Orten sowie dem Team aus Rossau.

„Wir wollen möglichst alle Generationen einbinden und die Möglichkeit geben, sich aktiv an der Veranstaltung zu beteiligen“, erläutert Henning. Die Strecke rund um Gladigau ist unter anderem im Paddelboot auf der Biese, mit dem Fahrrad sowie in Feuerwehrbekleidung und mit einem Eimer Wasser in der Hand zu bewältigen gewesen. Norbert Hannemann, René Emanuel und Matthias Müller, Bürgermeister in Gladigau, hatten die Stafette für ihre Teams kurz nach 13 Uhr eröffnet. Bernd Hergenröther gab auf der Straße vor dem Sportplatz das Startkommando. Der Staffelstab wanderte von Station zu Station. Erwachsene, Jugendliche und Kinder reichten das Holz immer weiter, zurück in Richtung Sportplatz. Dort wuchs die Spannung.

Noch keine zehn Minuten waren vergangen, als die vier letzten Stationen angelaufen wurden. Kinder rollten Medizinbälle, andere hüpften mit den Beinen im Sack und wieder andere liefen mit einem Ei auf dem Löffel. An der 17. und letzten Station, die den Senioren gehörte, machte sich keine große Aufregung breit, zumal der traditionsreiche Wettbewerb bereits entschieden war. Gladigauer Bernd Hergenröther konnte sich sogar Zeit lassen und stellte das Tablett mit einem Glas Bier sicher auf dem Tisch ab. Bernd Drong, Bürgermeister in Rossau, ging als Letzter durchs Ziel, doch auch sein Team und er wurden an diesem Nachmittag gefeiert. Sein Amtskollege Müller überreichte Pokal und Urkunden.

So soll es sein, so ist es richtig. Das Stelldichein wird seit Anfang der 1950er-Jahre organisiert, äußerst selten sei es ausgefallen. Zum 777. Geburtstag Gladigaus 2015 pausierten die Organisatoren, es gab genug zu feiern. Nahe dem Sportplatz existierte früher die Schule. Unter Schülern und Dörfern habe es schon immer eine gesunde Konkurrenz gegeben. „Der Ehrgeiz ist ungebrochen“, umschreibt Vereinschef Henning, Jahrgang 1958, die Faszination Landsportfest.

Von Marco Hertzfeld

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