Behörde versagt die Genehmigung / Adrian Einecke: „Wir müssen das so hinnehmen“

Aus für freie Schule in Werben

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Werbens Bürgermeister Jochen Hufschmidt (sitzend) kämpfte immer für die Grundschule. Jetzt wollte er Direktor der freien Schule werden, die nicht genehmigt wurde.

mei Werben. Nach fast einem halben Jahr Unklarheit steht nun fest, dass es in Werben keine freie Grundschule geben wird. „Die Genehmigung wurde versagt“, teilte Silke Stadör vom Landesschulamt Sachsen-Anhalt auf AZ-Anfrage mit.

Zur Begründung heißt es, dass es kein besonderes pädagogisches Interesse an der Ausrichtung der Schule gebe. Vor zehn, 15 Jahren sei das noch anders gewesen, aber aktuell werde die Montessori-Reformpädagogik in unterschiedlicher Intensität auch an anderen Schulen vermittelt.

Der Verein „Werben für Kinder“ wollte die Schule in Trägerschaft der Stiftung Evangelische Jugendhilfe St. Johannis Bernburg zum kommenden Schuljahr, also schon im August, mit 15 Kindern und fünf Lehrkräften eröffnen. „Es war auch das Potenzial für fortführende Klassen da“, sagte gestern Adrian Einecke von der Stiftung. Er hat den Verein und alle, die für die freie Schule gekämpft hatten, gestern über das Aus informiert.

„Alle sachlichen Voraussetzungen waren gegeben, das Konzept war in Ordnung“, zeigte sich Einecke enttäuscht über die versagte Genehmigung. „Wir müssen das so hinnehmen“, sagte er weiter. Denn eine Klage könnte nur inhaltlich geführt werden und das dauere in der Regel drei, vier Jahre. Einecke: „Das ist nicht zumutbar.“ Ihm tue die Absage vom Landesschulamt mit Sitz in Halle „unheimlich leid“ und er dankt allen, die „so unheimlich viel Potenzial da reingesteckt haben“.

Das Werbener Schulgebäude steht seit der Schließung der Grundschule vor einem Jahr leer. Dort sollte die freie Schule einziehen. Das war auch der Wunsch des Werbener Stadtrates.

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