Straßenbauarbeiten starten ausgerechnet im größten Urlauberverkehr

Die Ferien ausgebremst: „Subjektives Empfinden“

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Die B 189 in Höhe der Abfahrt nach Krumke und Krevese. Die Bundesstraße ist auch wichtig für den Verkehr zur Ostsee und zurück. Die Schulferien in Sachsen-Anhalt beginnen am Montag. Und ausgerechnet dann starten auch die Bauarbeiten bei Osterburg.

Osterburg  /  Düsedau. Die Bundesstraße 189 bei Osterburg wird zur Baustelle – und das ausgerechnet mit Beginn der Schulferien. Ampeln werden aufgestellt, es kommt zu Sperrungen und Umleitungen. Die Ankündigung hat bei etlichen Altmärkern Kopfschütteln ausgelöst.

Ausflüge mit dem Auto scheinen zur größeren Herausforderung zu werden. Zudem nutzen viele Ostseeurlauber aus nah und fern die Piste. All das weiß Peter Mennicke, der Sprecher des Verkehrsministeriums in Magdeburg, und reagiert gelassen. Abgesehen von „Stoßzeiten“ und dem „subjektiven Empfinden“ seien die Ferien nun einmal erfahrungsgemäß die verkehrsärmste Zeit des Jahres. Die Ortsumfahrung Osterburg zwischen den Abzweigen L 13 (Flessau) und L 9 (Krevese) soll ab Montag voraussichtlich bis Mitte August erneuert werden.

„Ein ganz wesentlicher Grund dafür, die Bautätigkeit in die Sommerferien zu verlegen, ist der Umstand, dass in dieser Zeit kein Schülerverkehr stattfindet.“ Gerade in weitläufigen Regionen wie der Altmark sei der Schulbusverkehr natürlich besonders betroffen, wenn längere Umleitungen gefahren werden müssen. „Ein dritter Grund ist die Tatsache, dass die langen Tage im Sommer voll ausgenutzt und die Baumaßnahmen entsprechend schneller erledigt werden können, als zu anderen Jahreszeiten“, wirbt Mennicke auf Nachfrage der AZ um Verständnis. Und hinzu komme schließlich noch die Wahrscheinlichkeit besseren Wetters, welches insbesondere für das Asphaltieren einer Straße von beachtlichem Vorteil sei.

Arbeiter werden die Fahrbahn in den Kreuzungsbereichen mehr als 20 Zentimeter tief abfräsen und erneuern, auf freier Strecke zwischen den beiden Knotenpunkten sind es knapp fünf Zentimeter. Das alles passiert in mehreren Abschnitten, wobei der Verkehr der B 189 per Ampel halbseitig an der jeweiligen Baustelle vorbeigeführt wird (die AZ berichtete). Da die Kreuzungen aber grundhaft erneuert werden, sind dort zeitweise Vollsperrungen erforderlich. Umleitungen für den Verkehr stadtein- und -auswärts sollen einem Schreiben aus dem Bauministerium zufolge rechtzeitig ausgeschildert werden. Die insgesamt rund 3,2 Kilometer lange Strecke zu erneuern, kostet knapp eine halbe Million Euro.

Ein größeres Nervenkostüm als eh schon ist mit dem Start in den Schulferien im Bereich Düsedau vonnöten. Die Arbeiten laufen so richtig seit Anfang Juni. Ab Montag soll die Baustelle auf den gesamten Bereich zwischen der Einmündung der Kreisstraße nach Erxleben und dem Ortsausgang in Richtung Walsleben ausgedehnt werden. Damit fällt die innerörtliche Umleitung weg. Der Verkehr muss andere Wege nehmen, die deutlich weiter sind und damit mehr Zeit und Sprit kosten. „Wir alle wollten die Veränderung. Die Straße war in einem katastrophalen Zustand. Die sechs, sieben Wochen überstehen wir nun auch noch“, betont Bürgermeister Oliver Rüdrich nach einer Bauberatung. Nicht zuletzt für Landwirte, die gerade in dieser Zeit im zunehmenden Maße Getreide nach Osterburg bringen müssten, sei das natürlich eine große Herausforderung. Ändern könne das allerdings niemand.

Das Land lässt die Ortsdurchfahrt (L 14) auf einer Länge von circa 350 Metern sanieren. Auch die Einheitsgemeinde Osterburg und der Wasserverband Stendal-Osterburg sind mit im Boot. Arbeiter versehen die Straße mit neuem Asphalt, schaffen darüber hinaus Borde und Gossen sowie einen Fahrrad- und Gehweg. Die Kosten liegen bei insgesamt 782 000 Euro (die AZ berichtete).

Von Marco Hertzfeld

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