2016 noch keine Blüten in der Region aufgetaucht / 2015 sieben Fälle bei Kripo Stendal gemeldet

Falschgeldrummel überflüssig?

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Mit einer UV-Lampe demonstrierte der Beamte die Überprüfung von Blüten.

Osterburg. „Trotz wenig aufgetauchter Blüten im Landkreis ist die Aufklärungsarbeit zu Sicherheitsmerkmalen unseres Geldes nötig“, sagt der Osterburger Regionalbereichsbeamte Michael Krüger, der erstmals zusammen mit seinem Kollegen Mario Grünwald eine Präventionsveranstaltung zu Falschgeld in der Begegnungsstätte der Osterburger Volkssolidarität organisiert hat.

Polizist Michael Krüger erklärt die zehn Sicherheitsmerkmale.

Es gibt für Menschen wohl kaum etwas Schlimmeres, als an Falschgeld zu gelangen. „Dann ist man der Dumme“, sagt Krüger. Denn dafür gibt es keinen Ersatz. Und wer es bewusst in Umlauf bringt, wird mit einer Geld- oder sogar mit einer Gefängnisstrafe belegt. „Fälschern dagegen droht immer eine Freiheitsstrafe“, erklärt der Polizist. Allerdings könne diese auch zur Bewährung ausgesetzt werden.

Trotzdem ist der ganze Rummel um Falschgeld nicht mit Zahlen zu belegen – zumindest nicht im Landkreis Stendal. Von den anwesenden Senioren, die sich über die Sicherheitsmerkmale informieren wollen, habe noch nie jemand Erfahrungen mit Falschgeld gesammelt, so Krüger. Das heiße aber nicht, dass in Osterberg seit der Euro-Einführung keine Fälschungen in Umlauf gewesen wären. Er selbst könne sich an einige Fälle erinnern. Aktuell sei die Zahl auftauchender Blüten jedoch sehr gering. So habe es 2016 im gesamten Landkreis Stendal noch gar keinen Fall gegeben und 2015 insgesamt nur sieben, sagt Polizeipressesprecher Marco Neiß. Trotz dieser scheinbar kleinen Zahl warnt die Polizei immer wieder vor Kriminellen, die Falschgeld in Deutschland verbreiten. Laut Statistik sind bundesweit im vergangenen Jahr 95 357 gefälschte Scheine aus dem Verkehr gezogen worden. „20-Euro- und 50-Euro-Scheine sind bei den Fälschern am Beliebtesten“, sagt Krüger. Bei insgesamt 90 Prozent aller Euro-Blüten weltweit sind eine der beiden Banknoten nachgemacht worden. In Deutschland liegt der 50-Euro-Schein bei Fälschern hoch im Kurs. Mehr Sicherheit sollen neue Banknoten bringen. Seit November ist der neue 20-Euro-Schein im Umlauf. Fünf- und Zehn-Euro-Scheine waren schon zuvor eingeführt worden. Mit dem neuen Fünfziger wird 2017 gerechnet.

„Zehn verschiedene Sicherheitsmerkmale gibt es insgesamt“, so Krüger. „Wichtig sei der Merksatz Fühlen-Sehen-Kippen – wer dann auf mehrere Merkmale wie Wasserzeichen, Mikroschrift oder Hologramm achtet, wird sicher keiner Fälschung auf den Leim gehen.“

Von Ronny Kauerhof

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