Schulleiterin glaubt an Bau der Hof-Mensa und schickt der Stadt klare Absage

Essen im Container muss bis Sommer schmecken

Elftklässler Tobias Handel ist an diesem Tag der Erste, der sich von Waltraude Bölke das Mittagbrot reichen lässt. Irmtraud Wepner behält das Küchengerät für die nächsten Hungrigen gleich in der Hand. Die Küchenfrauen wünschen sich für ihren Bereich noch mehr Platz.

Osterburg. „Wir haben uns hier ganz hübsch eingerichtet“, findet Elke Hein und blickt über Tische, an denen regelmäßig bis zu 200 Schüler ihr Mittagbrot einnehmen.

Keine Frage: Die acht Container bieten mehr Platz als der alte Essensraum im Hauptgebäude des Markgraf-Albrecht-Gymnasiums (MAG). Dennoch sollten die als Übergangslösung bezeichneten Raumbehälter natürlich nicht mehr allzu lange dort stehen. „Wir müssen an unsere Kinder denken. Wir brauchen eine Mensa, und zwar direkt auf dem Hof. “ Diese Botschaft richtet sich nicht zuletzt an Nico Schulz (CDU), den Bürgermeister der Einheitsgemeinde Osterburg, der von seinem Plan, die stadteigene Musikmarkthalle zur Mensa umzubauen, einfach nicht lassen will. Die Schönbergerin hofft, dass sich die Tür ihrer Schulhof-Mensa im Herbst 2015 oder früher öffnet. Es gibt allerdings auch Stimmen, welche die Container dort weitaus länger stehen sehen.

Der Kreis-Schulausschuss hat sich bereits hinter den Wunsch von Schülern, Eltern und Lehrern gestellt (die AZ berichtete). Wann der Landkreis, Träger der Bildungsstätte mit aktuell 733 Schülern, seine endgültige Entscheidung trifft, sei noch nicht raus. Schulleiterin Hein rechnet mit Kosten in Höhe von mindestens 350 000 Euro. „Machen wir uns doch nichts vor. Die Raumsituation am MAG ist angespannt wie eh und je.“ Die Mensa auf dem Schulhof soll auch für andere Veranstaltungen genutzt werden und nicht nur für den Mittagstisch. Dass der Landkreis die Container bereitgestellt hat, den alten, viel zu engen Essensraum und benachbarte Einheiten hat sanieren und neu nutzen lassen, sei lobenswert. „Doch nun muss es weitergehen, und es wird weitergehen“, zeigt sich Hein im AZ-Gespräch optimistisch.

Vor einigen Jahren nahmen zwischen 60 und 80 junge Leute an der Schulspeisung teil. Dass es mittlerweile mehr als doppelt so viele sind, habe mindestens zwei Gründe: Das MAG hat den Essensanbieter gewechselt. Zudem fanden sich irgendwann auch Schüler aus Seehausen und Umgebung in Osterburg wieder, weil das Gymnasium dort geschlossen wurde. Mit der Anzahl der Esser gibt sich Hein aber noch nicht zufrieden. „Es sollte mindestens ein Drittel der Schüler sein.“ Ausreichend Platz gebe es nun sogar in den Containern.

Um den Küchenfrauen noch bessere Arbeitsbedingungen zu verschaffen, sollte deren direkter Arbeitsbereich um ein oder zwei Module erweitert werden. An der Theke wird Essen einer Stendaler Catering-Firma ausgegeben. Die Gymnasiasten speisen in zwei Durchgängen, 120 Plätze stehen dabei jedes Mal zur Verfügung. Hein: „Einige Schüler bringen sich Essen mit, andere essen abends daheim. Wir wollen möglichst viele junge Leute vom Schulessen überzeugen. Doch da müssen auch noch mehr Eltern mitziehen und ihre Kinder dazu bewegen.“

Von Marco Hertzfeld

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