Flachspuhl-Gelände soll für Einheimische und Gäste noch attraktiver werden

Eine Oase nahe der B 189: Dorf setzt auf die Quellen

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Mitunter hat der Flachspuhl am Erxlebener Ortseingang sogar etwas Magisches an sich. Derzeit hat ein Schwanenpaar den Teich fast für sich allein. Nur ab und zu lassen sich ein paar Enten sehen und hocken manchmal auch auf dem Holzteil in der Mitte.

Erxleben. Die Sonne bricht feuerrot am Horizont herauf. Nebelschwaden hängen tief über dem Wasser. Ein Schwanenpaar hat den Flachspuhl an diesem frühen Morgen ganz für sich allein. Die pure Idylle – und das nur wenige Meter von der viel befahrenen B 189 entfernt.

Das Areal rund um den Teich soll noch attraktiver werden und sich weiter als Treffpunkt für Einheimische und Gäste etablieren. „Man könnte ja viele Wünsche äußern. Doch wichtig ist erst einmal, dass dort noch eine vernünftige Sitzgruppe hinkommt“, meint Hans-Jürgen Ahrend. Ob sich vielleicht einige andere Dinge noch über das Leader-Förderprogramm anstoßen ließen, darüber möchte der Ortsbürgermeister derzeit nicht reden.

Der Flachspuhl sei nicht von Menschenhand angelegt, wie gemeinhin angenommen werde. „Es handelt sich um ein natürliches Gewässer, in der Mitte soll es gleich mehrere kleine Quellen geben“, erklärt der Ortschef. Zu Großmutters Zeiten sei dort die Flachsfaser, Leinen, ausgebracht und behandelt worden. „Der Teich war für den kleinen Ort schon immer wichtig. Früher haben die Kinder auf der einen Seite gebadet, und auf der anderen Seite stillte das Vieh seinen Durst. Heutzutage ein fast unmögliches Bild, egal, wo in Deutschland. Damals war das alles möglich und niemand hat sich daran gestört“, meint Ahrend und schmunzelt. Irgendwann muss der Flachspuhl auch der Löschteich des Ortes gewesen sein, die Feuerwehrspritze war an seinem Ufer stationiert.

Seit einigen Jahren kümmert sich der Förderverein der Feuerwehr federführend um das Gelände. „Die Mitglieder pflegen es und haben ein Auge auf alles.“ Am Rande des Areals stehen Container, aus denen bei Veranstaltungen nicht zuletzt für Speis und Trank gesorgt wird. Einige Spielgeräte für Kinder gibt es auch, vielleicht komme in naher Zukunft noch das eine oder andere Element hinzu, so Ahrend. Es darf natürlich auch laut werden. Am Flachspuhl finden regelmäßig Feste statt, und es brennen Traditionsfeuer. Hin und wieder versuchen Angler ihr Glück.

Wie tief der Flachspuhl ist, lasse sich so auf die Schnelle nicht zuverlässig sagen. Doch selbst ein Hüne dürfte den Teich nicht so einfach durchschreiten können. Vor einiger Zeit sei das Gewässer quasi von Grund auf gesäubert worden. Ahrend gegenüber der AZ: „Es wurde eine ordentliche Menge Schlamm herausgeholt. Da haben wir nun sicherlich erst einmal Ruhe, denke ich.“

Das mit dem Namen ist übrigens so eine Sache, es lassen sich gleich mehrere Schreibweisen finden: Flachsphul, Flachspfuhl, Flachspuhl... Alte Flurkarten der Gegend sollen schon bald Aufschluss bringen.

Von Marco Hertzfeld

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