Fenster rot: Im früheren „Haus der Organisationen“ entstehen Wohnungen

Eine Geschichte mit Pep

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Die Bahnhofsallee 5, ein Eckhaus, wird umfassend saniert. Der Umbau soll im Frühjahr 2015 abgeschlossen sein.

Osterburg. „Wir wollen alles neu beleben, aufwerten und dem Ganzen einen gewissen Pep geben. “ Das frühere „Haus der Organisationen“ an der Osterburger Bahnhofsallee wird saniert und umgebaut.

„Es entstehen insgesamt elf Wohnungen“, sagt Ricardo Henkelmann, dessen Unternehmen in Osterburg bereits einige weitere Objekte betreut. Der Stendaler rechnet mit einem sechsstelligen Euro-Betrag, der in das jüngste Projekt gesteckt wird. Das Gebäude ist im Herbst ersteigert worden. Die Arbeiten sind voraussichtlich im Mai oder auch April abgeschlossen. Das Haus weist summa summarum fast 1000 Quadratmeter Wohnfläche auf, verteilt auf drei Etagen. Ganz oben befindet sich ein Saal, der zu einem besonders großzügigen Quartier umgestaltet wird.

Wer den Komplex in der Biesestadt betritt, atmet Geschichte. In der DDR hätten dort nicht zuletzt der Deutsche Turn- und Sportbund (DTSB), die Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft (DSF) und die Blockparteien ihren Sitz gehabt. Ernst Schulze aus Seehausen kann sich noch gut an das Gebäude erinnern, stand doch auch sein Schreibtisch im Haus der Organisationen. Er war lange Jahre Kreisvorsitzender des DTSB. Insgesamt arbeiteten mindestens acht Leute für den Kreissport. 1986 ging der Wischestädter in den Ruhestand. „Mein Steckenpferd war immer der Handballsport, wir haben diesen in unserer Gegend richtig systematisch aufgebaut“, berichtet der inzwischen 88-Jährige der AZ.

Irgendwelche Dinge, die an die realsozialistischen Zeiten erinnern, haben die Handwerker beim Umbau bislang nicht gefunden. „Das Mietshaus stand allerdings auch einige Jahre leer. Außerdem haben Vandalen ihre Spuren hinterlassen und vielleicht sogar das eine oder andere mitgenommen“, vermutet Henkelmann. Für die Zukunft des Objektes soll das alles keine Rolle mehr spielen. Die Fassade wird ihr Mausgrau verlieren. Wie genau diese gestaltet wird, ist unklar. Über das Farbkonzept sei noch nicht abschließend entschieden. Fest stehe hingegen bereits, dass die Kunststofffenster rot sein werden. „Wir befindet uns ja außerhalb des Sanierungsgebietes der Stadt, da ist farblich einiges mehr möglich.“

Von Marco Hertzfeld

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